Börsen-Zeitung: Gute Stimmung, Kommentar zu den engeren Spreads bei spanischen und italienischen Staatsanleihen, von Kai Johannsen.
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italienischer und spanischer Staatsanleihen. Die zehnjährigen Papiere
aus Rom und Madrid werfen aktuell noch Renditen von rund 4,20 bzw.
4,5% ab und sind damit weit entfernt von ihren Rekordhochs von mehr
als 7%. Die Renditeabstände zu Bundesanleihen lagen gestern zeitweise
bei 242 bzw. 266 Basispunkten und damit ebenfalls auf den tiefsten
Ständen seit zwei Jahren. Alles gut also? Krise vorbei?
Ganz so einfach ist es nicht. Denn es ist zu berücksichtigen, dass
eine Reihe von markttechnischen Faktoren ebenfalls mit am Werk ist.
Da ist zuallererst zu beachten, dass die Jagd der Investoren nach
Rendite(aufschlägen) in den vergangenen Wochen nicht abgerissen ist.
Jeder noch so kleine Rendite-Pick-up wird mitgenommen. Und in der
Peripherie greifen die Anleger insofern weiterhin gern zu. Das umso
mehr, weil sie wissen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mit
ihrem Bondkaufprogramm nach wie vor Gewehr bei Fuß steht. Sollte ein
Land um Hilfe ersuchen, wird die EZB mit Anleihekäufen flankierend
tätig. Das beruhigt.
Doch das ist nicht alles. Derzeit befindet sich der Markt in der
Sommerpause. Weite Investorenkreise fehlen urlaubsbedingt. Käufe von
Staatsanleihen können in einem somit eher umsatzarmen Markt schnell
für deutlichere Bewegungen sorgen. Die Renditen sinken stärker,
Spreads engen sich deutlicher ein als in normalen Marktphasen.
Begünstigt wird die Rendite- bzw. Spread-Entwicklung in Spanien
bzw. Italien auch durch den Primärmarkt. Beide Staaten treten derzeit
aufgrund der Sommerpause nicht mit neuen Anleihen auf. Von daher gibt
es auch keine Störfeuer aus schlechter als erwartet verlaufenen
Auktionen. Positiv wirkt des Weiteren, dass beide Länder aufgrund des
großen Investorenappetits auf Peripherieanleihen schon einen recht
guten Refinanzierungsfortschritt erreicht haben. Spanien kündigte nun
noch an, die Emissionen ab September um knapp 30% zu reduzieren. Der
Angebotsdruck nimmt damit weiter ab. Auch das begünstigt die
Renditeentwicklung.
Hinter allem steht natürlich auch die Hoffnung der
Marktteilnehmer, dass die beiden Länder Spanien und Italien auch in
konjunktureller Hinsicht wieder Tritt fassen werden und im zweiten
Halbjahr mit besseren Wachstumszahlen überzeugen. Erste positive
Signale kamen in der vergangenen Woche diesbezüglich aus Italien. Ob
die Signale vom Markt wirklich als Entspannung zu interpretieren
sind, darauf könnte es heute einen weiteren Hinweis geben. Denn aus
der Eurozone kommen Wachstumsdaten.
(Börsen-Zeitung, 14.8.2013)
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Datum: 13.08.2013 - 20:40 Uhr
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