Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Ägypten - Appelle der Hilflosigkeit

Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Ägypten - Appelle der Hilflosigkeit

ID: 927035
(ots) - Die Bilder und Nachrichten aus Ägypten sind so
dramatisch, dass die aktuelle "Teilreisewarnung" des Auswärtigen
Amtes geradezu verharmlosend wirkt. Das Außenministerium formuliert
im klassischen Diplomatendeutsch, dass "in der aktuellen Lage vor dem
Hintergrund der sehr unbeständigen Sicherheitslage" von Reisen nach
Ägypten dringend abgeraten wird. Anders formuliert: Der wichtigste
arabische Verbündete der USA, Europas und damit auch Deutschlands
versinkt im Chaos.

Hilflosigkeit prägt die Stellungnahmen der Bundesregierung und
anderer westlicher Politiker. Außenminister Westerwelle fordert die
Militärregierung wie die Muslimbrüder auf, sofort die Gewalt zu
beenden. Die EU-Außenbeauftragte Ashton gibt ihre Sorge zu Protokoll
und der türkische Ministerpräsident Erdogan fordert von den Vereinten
Nationen wie der Arabischen Liga, dass die Massaker sofort gestoppt
werden müssten. Ähnliche Appelle hat die Welt in den vergangenen
Monaten vernommen, wenn es um das tägliche Töten in Syrien ging. Sie
sind ungehört verhallt. Ägypten droht nun ein ähnliches Schicksal.
Die USA verurteilen in einer ersten Reaktion die Eskalation am Nil.
Im Angesicht der Gewalt müssen sie das tun. Nur blenden sie damit
bewusst aus, dass Washington offensichtlich nicht mehr die Macht hat,
die ägyptischen Militärs zur Mäßigung zu zwingen. Zur Erinnerung:
Geldgeber Nummer eins der ägyptischen Streitkräfte sind die USA und
die sind immerhin die Supermacht Nummer eins auf diesem Globus.
Europa hat mit seinen Fensterreden noch weniger Einfluss. Dennoch
bezeichnet EU-Parlamentspräsident Schulz die Lage am Nil als "nicht
hinnehmbar." Das suggeriert, er wisse, was jetzt zu tun sei und der
Westen verfüge über die Mittel, das Blutvergießen und den seit Jahren
existierenden Hass im Lande zu beenden.

Eine schnelle Lösung gibt es aber nicht. Vom arabischen Frühling


wurde geträumt, von Demokratie, Freiheitsrechten und bescheidenen
Wohlstand für die Menschen. Diese Vision bleibt zunächst eine
Illusion.



Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Schwäbische Zeitung: Kommentar - Asylverfahren müssen schneller werden Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Beamtenpensionen - Teure Versäumnisse
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.08.2013 - 21:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 927035
Anzahl Zeichen: 2394

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Ravensburg



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 249 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Ägypten - Appelle der Hilflosigkeit"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung


Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Beamtenpensionen - Teure Versäumnisse ...
Ernsthaft Sorgen machen müssen sich die Beamten und Ruheständler nicht. Ihre Pensionen sind gesichert. Das regelt die Verfassung, für Kürzungen gibt es kaum Spielräume. Das gehört sich auch so. Im Arbeitsleben, ob beim Staat oder in der freien Wirtschaft, muss ein Grundvertrauen in Abmachung

Schwäbische Zeitung: Kommentar - Asylverfahren müssen schneller werden ...
Berlin, Bayern, Brandenburg - in der ganzen Republik häufen sich seit Monaten die Proteste von Asylbewerbern. Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, traten sie in Stuttgart und München in einen Hungerstreik. Nachdem einige in München ins Koma gefallen waren, ließen die Behörden den Pla

Stuttgarter Zeitung: Bahnchaos: Grünen-Verkehrspolitiker Hofreiter fordert Ablösung von DB-Vorstand Kefer ...
Wegen der drastischen Einschränkungen des Zugverkehrs in Mainz und des massiven Spar- und Renditekurses besonders beim Schienennetz gerät der zuständige Konzernvorstand der Deutschen Bahn, Volker Kefer, zunehmend unter Druck. Die Ablösung von Kefer als Hauptverantwortlichen der Misere sei üb

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Freispruch für Jonathan Meese Im Sinne der Kunstfreiheit STEFAN BRAMS ...
Schauspieler und Künstler von Charlie Chaplin über Anselm Kiefer bis hin zu Gerhard Polt - um nur einige zu nennen - haben sich unter Verwendung der Nazisymbolik mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt, um das System und seine Funktionsträger zu entlarven. Auch Jonathan Meese hat das g


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z