Symposium unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Malu Dreyer
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Dass sich Architekturfakultäten mit der Zukunft eines existenten Flughafens auseinandersetzen, mag ungewöhnlich erscheinen - besonders dann, wenn dieser gerade noch keine schwarzen Zahlen schreibt. Doch in Zeiten der Globalisierung suchen Gemeinden, Städte und Landstriche wieder stärker nach eigener Identität. Architektur als repräsentatives Medium wird dabei allzu oft vernachlässigt. Sie ist allerdings die offensichtlichste ku?nstlerische Form, die einer Region ein visuelles Ansehen zu geben vermag.
2013 ist darüber hinaus ein bedeutendes Jahr für den Flughafen Frankfurt Hahn: Seit 20 Jahren existiert er als ziviler Landeplatz; hat sich zum fünftgrößten Luftfrachtflughafen Deutschlands entwickelt und nun werden die Weichen für seine Zukunft neu gestellt. Ein Gesellschafterdarlehen erhält der Hahn dafür vom rheinland-pfälzischen Landtag, denn schwarze Zahlen schreibt er nicht - noch nicht.
Für die einen ist der Flughafen ein betriebswirtschaftliches Debakel, andere sehen in ihm den ökonomischen Motor der Region. Derzeit erscheint der Hahn wie ein Tanker im ländlichen Meer. Trotz seiner empfindlichen Abhängigkeit von globalen Wirtschaftskrisen soll er die regionale Wirtschaft stärken, globale Konkurrenz steht versus regionale Herausforderung. "Think global, act local" könnte auch das Motto für die strategische und operative Neuausrichtung des Flughafens lauten. Was kann eine überregionale Raumplanung, was Architektur, was Kultur in einem solchen Zusammenhang also bewirken?
Inzwischen ist auch allgemein bekannt: Die Prognosen für den ländlichen Raum von Rheinland-Pfalz sind nicht rosig. Architekten und Stadtplaner haben sich dieses Phänomens bereits angenommen. Durch Bürgerbeteiligung, Aufwertung von Ortskernen und historischen Bauten sowie durch neue Kombinationen unterschiedlichster Funktionen steigern sie die Attraktivität des ländlichen Raumes. Die architektonische Visualisierung von ländlichen Potentialen wirkt zeichenhaft und repräsentiert ihn als ansprechenden Lebensraum.
Innerhalb des "Projekt Rheinland-Pfalz" haben Studierende aller Architekturfakultäten von Rheinland-Pfalz in den vergangenen Semestern Prognosen für den ländlichen Raum entwickelt und in verschiedenen Entwürfen attraktive Szenarien vorausgesagt. Die historische Baukultur sollte durch eine aktuelle ergänzt werden. Nun findet das landesweite Hochschulprojekt, das vom Fachbereich Architektur der TU Kaiserslautern initiiert und durch die Initiative Baukultur Rheinland-Pfalz gefördert wurde, mit dem Symposium und einem anschließenden studentischen Workshop seinen Abschluss auf dem Flughafen Frankfurt Hahn. Ziel ist es, die Potentiale des ländlichen Raumes mit jenen des Flughafens zu verbinden. Unabhängige Zukunftsszenarien werden für den Flughafen Frankfurt Hahn übergreifend entwickelt. Die erste Sektion des Symposiums widmet sich daher den Herausforderungen schrumpfender Regionen im ländlichen Raum; am zweiten Tag steht der Flughafen selbst im Zentrum der Debatte und wird im Kontext globaler Entwicklungen betrachtet. Wechselwirkungen mit dem ländlichen Raum werden in den Blick genommen und Entwicklungsmöglichkeiten neu diskutiert. Eine hochwertige Baukultur soll den Flughafen und seine Region stärken und ihn als Wirtschaftsmotor auch architektonisch visualisieren.
Flughäfen in der Provinz. Frankfurt Hahn 2050.
Symposium am 19. und 20. September 2013
auf dem Flughafen Frankfurt Hahn, Halle 501 C
Direktbusse von den Hochschulen Mainz, Kaiserslautern, Koblenz, Trier
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Datum: 19.08.2013 - 14:47 Uhr
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