Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Operationen
ID: 931918
Haben einige Klinikärzte und Krankenhäuser eher den eigenen
Geldbeutel im Blick als das Wohlergehen ihrer Patienten? Voreilige,
pauschale Unterstellungen gegen Mediziner sind nicht hilfreich. Doch
immerhin lässt sich statistisch belegen, dass die Zahl der
Operationen in jüngster Zeit erheblich zugenommen hat - vor allem
seit der Einführung der Fallpauschalen.
Daher lässt sich vermuten, dass nicht jeder Eingriff wirklich
medizinisch notwendig ist. Doch jede Operation zu viel ist mit
unnötigen Risiken für die Patienten verbunden.
Als die Fallpauschalen vor etwa zehn Jahren eingeführt wurden, war
dieser Systemwechsel sinnvoll, um die ausufernden Kosten in den Griff
zu bekommen. Seither ist für die Abrechnung nicht mehr entscheidend,
wie viele Tage ein Patient krank in der Klinik liegt, sondern welche
Behandlung er bekommt. Ein dicker, immer differenzierterer
Leistungskatalog ist entstanden. Mehr Wirtschaftlichkeit,
Transparenz, Wettbewerb und Qualität lauteten die Ziele. Sie wurden
erreicht.
Ein Königsweg sind die Fallpauschalen aber nicht, denn jedes
System der Finanzierung im Gesundheitswesen bringt Nachteile mit
sich, weil die Gefahr falscher Anreize besteht. Hilfreich wäre es
daher, wenn bei kostspieligen Operationen das Urteil eines zweiten
Arztes eingeholt würde. Das wäre zwar aufwendiger, könnte aber die
Zahl unnötiger Behandlungen minimieren.
Christof Haverkamp
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 23.08.2013 - 22:00 Uhr
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