Neue OZ: Wahlen/Bundestag/Parteien/AfD
ID: 932229
Niemals begeht man das Böse so gründlich und freudig, als wenn man
es mit gutem Gewissen tut - dies hat der französische Philosoph
Blaise Pascal einmal festgestellt. Und so sind die Aktivisten, die in
Bremen die Wahlkundgebung der Alternative für Deutschland angegriffen
haben, vermutlich auch noch stolz auf sich und meinen, der Welt einen
unschätzbaren Dienst erwiesen zu haben.
Das Gegenteil ist richtig. Jemanden an der Meinungsäußerung zu
hindern, verteidigt die Werte unserer Gesellschaft nicht, sondern
unterhöhlt sie in eklatanter Weise. Solange sich jemand auf dem Boden
des Grundgesetzes bewegt, muss er in Deutschland in Sachen Meinung
und Glauben jede erdenkliche Freiheit haben, ohne gestört, geschweige
denn bedroht und gewalttätig angegriffen zu werden. Es gibt genügend
andere Mittel, um zu widersprechen, als Schlägertrupps vergangener
Zeiten zu imitieren.
Konkret fragt sich auch, ob die AfD überhaupt die richtige Adresse
ist für die Wut und Aggressivität, die manche Autonome umtreibt.
Sicherlich, die finanzpolitischen Positionen der Partei laufen auf
einen höheren Grad der nationalen Abschottung hinaus. Auch zieht sie,
wie jede neue politische Sammlungsbewegung, Menschen an, die hoffen,
für absurde Außenseiterpositionen verschiedenster Spielart endlich
ein Forum gefunden zu haben. Was offenen Rassismus und Nationalismus
betrifft, ist dies gegenwärtig allerdings eher ein Thema der
sprießenden Pro-Parteien als der spröden AfD.
Burkhard Ewert
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Datum: 25.08.2013 - 22:00 Uhr
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