Teamwork für Turbulenz: TU Ilmenau an europäischem Turbulenznetzwerk beteiligt
ID: 934947

(PresseBox) - Die Technische Universität Ilmenau gehört zu den 25 Partnern aus zehn Ländern, die ihre Forschungsaktivitäten zur Turbulenz im europäischen Netzwerk "European High-Performance Infrastructures in Turbulence" (EuHIT) gebündelt haben. Herzstück des von der Europäischen Union (EU) geförderten Netzwerkes sind neben dem "Ilmenauer Fass" zwölf experimentelle Anlagen, von denen jede weltweit einzigartig ist. Im Rahmen des EuHIT-Netzwerkes stehen diese Versuchsanlagen künftig Turbulenzforschern aus ganz Europa offen. Noch bis zum 15. September können Wissenschaftler aus der EU und assoziierten Ländern in einer ersten Bewerbungsrunde beim EuHIT-Konsortium Messzeiten an einer dieser Anlagen beantragen. Weitere Bewerbungsrunden werden in regelmäßigen Abständen folgen.
"Die europäische Turbulenzforschung hat weltweit schon immer eine führende Stellung eingenommen", sagt EuHIT-Koordinator Prof. Dr. Eberhard Bodenschatz, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Das belegen nicht nur die wissenschaftlichen Veröffentlichungen auf diesem Gebiet, sondern vor allem auch die einzigartigen experimentellen Anlagen. In Ilmenau etwa findet sich seit dem Jahr 2001 das so genannte "Ilmenauer Fass", ein Großgerät zur Untersuchung thermischer Konvektionsströmungen. Unter kontrollierten Laborbedingungen werden in dem fassförmigen Behälter von sieben Metern Höhe und sieben Metern Durchmesser hochturbulente Strömungsvorgänge vermessen wie sie zum Beispiel in der Erdatmosphäre oder in den Ozeanen auftreten. An einer anderen Anlage, einem 18 Meter langen und sechs Meter hohen Windkanal, der am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen beheimatet ist, können die Forscher Turbulenzen erzeugen, wie man sie auf der Erde nur beim Ausbruch eines Vulkans oder tief im Inneren von Wolken findet. Weitere Anlagen, so ein 13 Meter durchmessender, rotierender Tank, an dem der Einfluss der Erdrotation auf Strömungen untersucht werden kann, oder ein Kryoexperiment, in dem Heliumströmungen bei Temperaturen von -268 °C erzeugt werden können, stehen in Grenoble und Prag.
"Jede dieser Anlagen ist weltweit einzigartig", erklärt Bodenschatz. "Insgesamt hat Europa ein enormes Potenzial, die fundamentalen Eigenschaften der Turbulenz zu ergründen und damit technologische Vorsprünge zu erzielen", fügt er hinzu. Was bisher noch gefehlt habe, sei eine gut strukturierte Vernetzung und die Öffnung der nationalen Versuchsanlagen für Forscher aus Wissenschaft und Industrie in der EU. Diese Lücke schließt nun EuHIT, an dem 23 Forschungseinrichtungen und zwei Industriepartner aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Israel, Italien, den Niederlanden, Polen, Rumänien, der Schweiz und der Tschechischen Republik beteiligt sind. Neben der gegenseitigen Nutzung der Anlagen bieten die Partnereinrichtungen einander Hilfe bei der Auswertung von Daten und in Fragen der Messtechnik an und machen ihre Messdaten anderen Forschern zugänglich.
Auf diese Weise hoffen die Forscher nicht nur die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten der Turbulenz aufzudecken, sondern auch zur Lösung wichtiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Fragen beizutragen. Denn Turbulenz ist sowohl in der Natur, als auch in technischen Anwendungen nahezu allgegenwärtig. Die grundlegenden Prozesse zu verstehen, kann deshalb unter anderem helfen, die Windenergieausbeute zu erhöhen, die Ausbreitung von Luft- und Wasserverschmutzung vorherzusagen, den Einfluss der Wolkenbildung auf Klimaprognosen besser zu verstehen und Transportprozesse in der chemischen Industrie zu optimieren.
Die Europäische Kommission fördert EuHIT in den nächsten vier Jahren mit sieben Millionen Euro. Nähere Informationen zur Bewerbung finden sich unter: www.euhit.org.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 29.08.2013 - 11:02 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 934947
Anzahl Zeichen: 3912
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ilmenau
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 338 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Teamwork für Turbulenz: TU Ilmenau an europäischem Turbulenznetzwerk beteiligt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Technische Universität Ilmenau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit großem Interesse bei den Studierenden ist an der Technischen Universität Ilmenau und der Université de Lorraine in Nancy, Frankreich, das neue Doppelabschlussprogramm in den Masterstudiengängen „Communications and Signal Processing (CSP)“ und „Ingénierie des Systèmes Complexes“ ges
„Nachhaltige Energiesysteme“: TU Ilmenau bietet neuen Bachelor-Studiengang an ...
Die Technische Universität Ilmenau bietet ab dem Wintersemester 2026/27 den neuen Bachelor-Studiengang „Nachhaltige Energiesysteme“ an. Der interdisziplinäre Studiengang deckt nicht nur alle Aspekte regenerativer Energien ab, sondern vermittelt auch übergeordnete Konzepte zu Nachhaltigkeit u
6. Mai– Quantum Photonics Messe Erfurt: TU Ilmenau startet 4-Millionen-Euro-Projekt zur hochpräzisen Realisierung großflächiger Nanostrukturen mit atomarer Präzision ...
Mit einem Kick-off am 6. Mai auf der Quantum Photonics Messe in Erfurt starten Thüringer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein großangelegtes Forschungsprojekt zur Entwicklung einer neuen Hochpräzisionsmaschine, die Nanostrukturen künftig auf bis zu einem Quadratmeter Ausdehnung realisier
Weitere Mitteilungen von Technische Universität Ilmenau
Digitalisierung fördert das politische Interesse: Internet wirksames Instrument im Kampf gegen fortschreitende "Politikverdrossenheit" ...
Wer sich im Internet zu Hause fühlt, zeigt an Politik ein höheres Interesse. So die Grunderkenntnis einer repräsentativen Umfrage, die das Heidelberger SINUS Institut jetzt im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) durchgeführt hat. Jeder dritte der i
Verkäufer, KFZ-Mechatroniker, Bürokauffrau - weiterhin wenig Kreativität bei der Berufswahl ...
Bochum, 29.08.2013. Fragt man Kinder nach ihren Berufswünschen, so antworten sie mit Feuerwehrmann, Tierarzt oder Pilot. Dass die Realität ganz anders aussieht, zeigt das Ergebnis der Datenerhebung des Bundesinstitutes für Berufsbildung. Das BIBB ermittelte wie in jedem Jahr die häufigsten Ausbi
Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sicherheit an den Standorten Leverkusen und Duisburg ...
Das im Bildungsbereich anerkannte Unternehmen bietet ausgezeichnete Weiterbildungsmaßnahmen im Sicherheitssektor an. Vervollständigt wird das Leistungsangebot mit deutscher Kulturkunde und Deutschunterricht, sodass eine sehr gute Einbeziehung von Ausländern gesichert ist. Alle Mitarbeiter sind in
19 % aller Promovierten in der Forschung tätig ...
Rund 99 300 Promovierte waren im Jahr 2011 als Forscherinnen und Forscher in Unternehmen, Hochschulen, anderen wissenschaftlichen Einrichtungen oder sonstigen Wirtschaftsbereichen beschäftigt. Das waren 19 % aller erwerbstätigen Promovierten unter 65 Jahren. Wie das Statistische Bundesamt we




