Neue OZ: Kommentar zu Wahlen / Bundestag / SPD
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Kleiner Lichtblick für die SPD: Peer Steinbrück hat nach seinem
verstolperten Start als Kanzlerkandidat einigermaßen Tritt gefasst
und läuft verbal langsam wieder zur alten Form auf. Schade nur für
die Sozialdemokraten, dass sie trotzdem im Umfragetief verharren.
Dass sie das Ruder bis zur Bundestagswahl noch herumreißen werden,
ist nicht unmöglich, aber eher unwahrscheinlich. Umso mehr imponiert
der Kampfgeist, mit dem Steinbrück auftritt. Er lässt nach außen
keine Anzeichen von Resignation erkennen, bewahrt unter großem
politischen und psychologischen Druck Haltung. Das verdient Respekt.
Außerdem: Eine Chance haben Steinbrück und die SPD noch. Millionen
von Wählern sitzen im Wartesaal und dösen unentschlossen vor sich
hin. Es ist deshalb die richtige Strategie, wenn der Kanzlerkandidat
es im übertragenen Sinn mit Rock 'n' Roll versucht, also mit
Lautstärke und harten, schnellen Rhythmen. Steinbrücks größtes
Problem ist es freilich nicht, sich in der Form des Auftretens von
der zurückhaltenden Kanzlerin zu unterscheiden. Viel wichtiger wäre
es für die Genossen, Unterschiede in der Sache hervorzuheben. Doch
die sind meist eher klein. Und wenn die SPD doch einmal ein
zugkräftiges Thema wie die Mietpreisbremse hat, dann übernimmt die
CDU es kurzerhand. So viel Wendigkeit macht es jedem Angreifer
schwer, Treffer zu landen. Auch beim TV-Duell am Sonntag wird es
Steinbrück daher nicht leicht haben.
Uwe Westdörp
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Datum: 29.08.2013 - 22:00 Uhr
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