Neue OZ: Kommentar zu G20 / Gipfel / Syrien
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Ein bisschen ironisch ist das schon. Ausgerechnet Russlands
Präsident Wladimir Putin gab im Syrienkonflikt einen Kurs vor, auf
den ein westliches Land nach dem anderen eingeschwenkt ist. Auf der
anderen Seite des Atlantiks steht Barack Obama alleine da, allenfalls
sekundiert von der Pariser Regierung. Deren Rückhalt schwindet
allerdings, seit der Nationalversammlung aufgefallen ist, dass sich
von Berlin über London bis hin zu den USA Parlamentarier mit der
Frage von Krieg und Frieden befassen, ihr Präsident aber lieber
eigenmächtig vorgeht.
Nun lässt sich bezweifeln, dass Putins Protest auf Pazifismus
gründet. Tatsache ist allerdings, dass eine militärische Einmischung
außerhalb der früheren Sowjetgrenzen längst nicht mehr zum Repertoire
der russischen Außenpolitik gehört. Ausgerechnet Moskau hält
inzwischen die Fahne des Völkerrechts hoch - das sollte zu denken
geben.
Und auch damit hat Putin recht: Assad zu schwächen dient nicht den
strategischen Interessen Europas. Der Preis für nahöstliches Öl würde
steigen, Assads Gegner sind nicht besser als er, der Bürgerkrieg
würde in die Länge gezogen und die Zahl der Toten erhöht. Ferner
fehlen nach wie vor Beweise, dass das Regime den Chemie-Angriff
befohlen hat. Bisher kursieren lediglich Belege dafür, dass jemand
glaubt, dass es so sei.
Wollen die USA ihre Raketen also gesichtswahrend verschießen,
sollten sie sich im Vorfeld wenigstens etwas mehr Mühe geben, um die
übrige Welt zu überzeugen.
Burkhard Ewert
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Datum: 05.09.2013 - 22:00 Uhr
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