Badische Neueste Nachrichten: Große Gelassenheit
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Angst - dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Die
Normannen wiederum fürchteten sich vor überhaupt nichts und niemandem
und wollten daher von den Galliern lernen, was Angst ist, da diese,
wie sie glaubten, den Menschen Flügel verleiht. Und die Deutschen?
Sie haben offensichtlich vor allem Angst um ihren Geldbeutel. Ihre
derzeit größte Sorge ist, dass die Euro-Krise zu viel Geld kostet und
dass die Inflation das Leben immer teurer macht sowie ihre
Ersparnisse auffrisst. Im Grunde ist das Ergebnis der jährlich
vorgelegten Angst-Studie eines Versicherungskonzerns eine gute
Nachricht - richtig existenzielle Sorgen rauben den Deutschen nicht
den Schlaf, im Gegenteil, sie gehen mit großer Gelassenheit durchs
Leben. Und dazu haben sie auch allen Grund. Da die Wirtschaft wächst
und ein Ende des Booms nicht abzusehen ist, hat die Angst vor
Arbeitslosigkeit und Verarmung, in der Vergangenheit Hauptsorge der
Deutschen, an Bedeutung verloren. Überraschend ist ein anderer
Befund: Ausgerechnet im Wahljahr ist die Sorge, dass die Politiker
überfordert sein könnten, stark zurückgegangen. Weil es den Deutschen
gutgeht, wächst auch ihr Vertrauen ins Spitzenpersonal. Blieben die
wirklichen Ängste vor Dingen oder Ereignissen, die man nicht
beeinflussen kann - im Alter ein Pflegefall sowie Opfer einer
Naturkatastrophe oder eines terroristischen Anschlags zu werden. Aber
auch hier ist die Diskrepanz zwischen der gefühlten Angst und dem
tatsächlichen Ereignis enorm. So ist die Angst-Studie in Wahrheit
eine Glücks-Studie. Die Deutschen sind ein Volk von überwiegend
glücklichen und zufriedenen Menschen, denen es mehrheitlich gutgeht.
Sie wissen es nur nicht immer. Und nächstes Jahr werden wir
Fußball-Weltmeister ...
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 05.09.2013 - 22:57 Uhr
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