Südwest Presse: Kommentar zur OLYMPISCHEN SPIELEN
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Internationale Olympische Komitee (IOC) für Tokio und damit gegen
Istanbul und Madrid als Gastgeber der Spiele 2020 entschieden. Die
Angst vor wirtschaftlichen Unwägbarkeiten und sozialen Unruhen ist
bei den Funktionären offenbar größer als das Unbehagen, das ein
strahlender Atomreaktor auslöst. Dass die Wahl so deutlich ausfällt,
hat kaum jemand erwartet. Schließlich hatte Tokio den neuesten
Rekord-Strahlenwerten aus Fukushima einzig die persönliche Bürgschaft
des japanischen Premierministers entgegenzusetzen. Er hat versichert,
dass die Lage unter Kontrolle ist. Ein gewagtes Versprechen
angesichts der vielen Lügen nach der Katastrophe und der tektonischen
Unwägbarkeiten dieser Region. Diese Wahl zeigt, dass es immer
schwieriger wird einen passenden Gastgeber für den olympischen Moloch
zu finden. Die Vergabe der Spiele ans antidemokratische China (2008)
und an Russland (2014) hat am IOC-Ansehen gekratzt. Die aktuellen
Proteste und sozialen Unruhen in Brasilien tun es noch mehr. Keine
Frage: Die Geldgeber werden nervös - und damit auch das IOC. Von
Tokio verspricht man sich vor allem Ruhe. Die Organisation wird
perfekt sein, Proteste sind in Japan nicht zu erwarten und die
Wirtschaft ist zahlungswillig. Das Risiko einer strahlenden Atomruine
ist dagegen überschaubar - zumindest in den Augen des IOC.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
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Datum: 08.09.2013 - 19:27 Uhr
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