Badische Neueste Nachrichten: Ein Wendepunkt
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an der Hand genommen, um für einen unabhängigen katalanischen Staat
zu demonstrieren. Was die Menschen auf den ersten Blick einte, waren
ihre strahlenden Gesichter. All das Glück, das sie empfanden, wäre
einer größeren Sache wert gewesen. Weswegen waren sie auf die Straße
gegangen? Um auf der europäischen Landkarte eine neue Grenze
einzuzeichnen. Ganz so als würde eine neue europäische Grenze die
Welt zu einem besseren Ort machen. Eine Abspaltung Kataloniens vom
Rest Spaniens würde wahrscheinlich noch nicht einmal Katalonien zu
einem besseren Ort machen. Die Katalanen hätten keinen König mehr und
der FC Barcelona würde nicht mehr in der spanischen Liga gegen Real
Madrid antreten. Ansonsten bliebe Katalonien so demokratisch, so
rechtsstaatlich, so wohlhabend und so korrupt wie jetzt als Teil
Spaniens. Die Staatsgrenzen, die sich über den Globus ziehen, sind
keine natürlichen Grenzen. Sie sind das Ergebnis historischer
Zufälle, sie sind das Ergebnis von Kriegen, von Verhandlungen, von
königlichen Hochzeiten. Die katalanischen Separatisten berufen sich
bei ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit auf historische und auf
wirtschaftliche Gründe. Die Gründung eines katalanischen Staates
würde viele Wunden aufreißen. Sie würde Spanier in Katalonien und
Katalanen in Spanien zu Ausländern erklären. Die katalanischen
Separatisten reden von ihrer Freiheit, als lebten sie heute in
Unfreiheit. Der Geist des Nationalismus ist aus der Flasche
entwichen. Er wird so rasch nicht mehr in die Flasche zurückkehren.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
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Datum: 13.09.2013 - 22:50 Uhr
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