Neue OZ: Kommentar zu Finanzen
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Wohl dem, der Aktien hat. Während die Normalbürger länger arbeiten
müssen, die Rente im Verhältnis zum Einkommen immer magerer ausfällt,
das Sparkonto kaum Zinsen abwirft und Lebensversicherte am Ende viel
weniger ausgezahlt bekommen, als ihnen zu Beginn vorgerechnet wurde,
zahlt sich der Besitz von Unternehmensanteilen wieder kräftig aus.
Dumm nur, dass es hierzulande so wenige Aktionäre gibt. Wer wie
beschrieben gebeutelt wird, dem nützt es nichts, dass das
Geldvermögen weltweit einen Höchststand erreicht hat. Eher wächst der
Neid auf "die da oben". Auch die Allianz bestätigt, dass beim
Vermögen die Schere zwischen Arm und Reich aufklappt.
Die linke Mehrheit im neuen Bundestag deutet darauf hin, dass die
Wähler dies genauso empfinden. Nur muss man auch erwähnen, dass die
Deutschen mit ihrem Vermögen im Ländervergleich noch gut dastehen.
Minderbemittelte Bundesbürger gegen arme Süd- oder Osteuropäer
aufzuwiegeln wäre verantwortungslos. Politiker müssen sich vielmehr
darum kümmern, dass der Anteil der nahezu Vermögenslosen, der in
Westeuropa schon bei rund einem Drittel liegt, nicht noch weiter
steigt. Dass deutsche Sparer im vergangenen Jahr wegen der
Euro-Rettung pro Kopf 71 Euro verloren, ist so gesehen kein Drama.
Fairer wäre es aber, wenn die wirklich Vermögenden mehr für die
Einheit Europas leisten würden. Eine Umsatzsteuer auf Börsengeschäfte
muss daher kommen.
Norbert Meyer
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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
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Datum: 24.09.2013 - 22:00 Uhr
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