Über die energetische Nachnutzung von Altflächen
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Über die energetische Nachnutzung von Altflächen
"Die nahezu 13.000 Freistellungsantragsverfahren für Altlastenverdachtsflächen sind inzwischen zu 99 Prozent entschieden. Damit verbunden sind Investitionen der Freigestellten in Höhe von etwa 900 Millionen Euro und 12.700 Dauerarbeitsplätze. Für die erforderlichen Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen hat der Freistaat seit 1994 rund 524 Millionen Euro ausgegeben, allein aus dem Sondervermögen "Ökologische Altlasten" flossen von 1999 bis Ende 2008 ca. 375 Millionen. Über 1000 Standorte wurden bis heute bearbeitet", bilanzierte der Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Stefan Baldus.
Durch den Abschluss des "Generalvertrages über die abschließende Finanzierung der Sanierung von ökologischen Altlasten in Thüringen" vor zehn Jahren war der Freistaat Thüringen als erstes der neuen Bundesländer in der Lage, ohne Abstimmung mit dem Bund Entscheidungen zu kostenrelevanten Sanierungsmaßnahmen zu treffen.
Im Freistaat Thüringen gibt es jedoch noch viele Flächen, die nicht klassisch gewerblich genutzt werden können ? im Sinne des Umweltrahmengesetzes. Im Freistaat werden jedoch aufgrund der verstärkten Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien Flächen, insbesondere für Photovoltaik, benötigt. Dazu sollen Brachflächen verfügbar gemacht werden.
"Künftig sollen vermehrt erneuerbare Energien auf brachliegenden Flächen erzeugt werden. Um dabei nicht in Flächenkonkurrenz etwa zu landwirtschaftlichen Nutzflächen zu treten, werden die vorhandenen Brach- und Altlastenflächen systematisch auf die Eignung für energetische (Nach-)Nutzung hin untersucht", so Staatssekretär Stefan Baldus.
In einem neuen Projekt werden 200 Brachflächen, darunter 100 Altlastenstandorte, vorzugsweise im ländlichen Raum, untersucht. Dabei werden Prüfraster und Entscheidungshilfen, unter Berücksichtigung technischer, rechtlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte, für Kommunen und Investoren erarbeitet und anhand von zehn Einzelstandorten erprobt. Im April 2010 werden die Untersuchungsergebnisse vorliegen.
Neben dem Staatssekretär berichtete die Bürgermeisterin von Bad Liebenstein, Elke Engelmann, über ein geplantes Projekt in der Kurstadt. Es wird untersucht, auf dem Standort des umfangreich sanierten ehemaligen Leuchtstoffwerkes eine Bohrung zur Nutzung von Tiefengeothermie niederzubringen, die sich aufgrund der Nähe zu den Kurkliniken und Hotels anbietet.
Der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft, Andreas Krey, gab Auskunft zum Modellvorhaben zur Revitalisierung von Brachflächen in den Landkreisen Saale-Orla-Kreis, Greiz und Kyffhäuser-Kreis. In den durch das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt geförderten Vorhaben wird auch die Eignung der Standorte für Solarenergieanlagen geprüft.
"Wir lassen derzeit untersuchen, ob auch in Rositz auf der Neuen Sorge eine großflächige Photovoltaik möglich ist", führt Andreas Krey aus, "vielleicht gelingt es uns ja, eines der schwierigsten Sanierungsprojekte in Thüringen qualitativ aufzuwerten."
Hintergrund:
Vor zehn Jahren unterzeichneten der Freistaat Thüringen und die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben den "Generalvertrag über die abschließende Finanzierung der Sanierung von ökologischen Altlasten in Thüringen". Daran erinnert das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt mit einer Festveranstaltung und Tagung am 18./19.06.2009 im Radisson SAS Hotel in Erfurt.
Katrin Trommer-Huckauf
Pressesprecherin/Öffentlichkeitsarbeit
Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt
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99096 Erfurt
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Datum: 10.06.2009 - 13:11 Uhr
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