Stabile Geschäftserwartungen im Mittelstand
ID: 954409
- Geschäftsklima fällt geringfügig wegen etwas schlechterer
Lageurteile
- Weitere Klimaaufhellung bei Großunternehmen
- Beschäftigungspläne zunehmend expansiv
Der seit vier Monaten anhaltende Anstieg des Geschäftsklimas im
Mittelstand setzt sich im September nicht fort. Das Geschäftsklima
der kleinen und mittleren Unternehmen, der wichtigste Indikator des
KfW-ifo-Mittelstandsbarometers, gibt im September geringfügig um 0,7
Zähler auf 14,3 Saldenpunkte nach. Dennoch sprechen mehrere Gründe
dafür, dass trotz dieser leichten Stimmungskonsolidierung weiter mit
einer Konjunkturerholung zu rechnen ist:
Der Rückgang ist mit weniger als einem Drittel einer üblichen
Monatsveränderung nicht nur ausgesprochen schwach, sondern nimmt auch
nur einen kleinen Teil der kräftigen Aufwärtsbewegung des Vormonats
zurück. Der moderate Aufwärtstrend ist also weiterhin intakt. Darüber
hinaus ist der Rückgang praktisch ausschließlich auf die etwas
weniger guten Urteile zur aktuellen Geschäftslage zurückzuführen.
Diese verlieren auf hohem Niveau 1,2 Zähler und fallen auf 20,3
Saldenpunkte. Demgegenüber zeigen sich die für die
Investitionsentscheidungen der Firmen wichtigen Geschäftserwartungen
nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat stabil (-0,1 Zähler auf 8,1
Saldenpunkte).
Zugleich untermauert das Geschäftsklima bei den Großunternehmen
die Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung: Es hellt sich - anders
als bei den mittelständischen Unternehmen - im September weiter auf
(+1,3 Zähler auf 12,3 Saldenpunkte); die Erwartungskomponente sticht
dabei mit einem Plus von 3,0 Zählern auf 9,0 Saldenpunkte ebenfalls
positiv hervor. Optimistischer sahen die Großunternehmen die Zukunft
zuletzt im Juni 2011.
Auch am Arbeitsmarkt stehen die Zeichen auf Erholung. Die Firmen
beider Unternehmensgrößenklassen setzen bei den Arbeitsplätzen
aktuell wieder stärker auf Expansion (Mittelstand: +0,9 Zähler auf
8,8 Saldenpunkte; Großunternehmen: +0,9 Zähler auf 11,7
Saldenpunkte). Höher lagen die Beschäftigungsindikatoren zuletzt
Anfang 2012.
Der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner, sagt: "Die Stimmung
wächst nicht in den Himmel, aber sie bleibt gut." Das passe zu der in
Gang gekommenen, in der Tendenz aber vorerst moderaten Erholung, die
unverändert zu erwarten sei. Das außenwirtschaftliche Umfeld helle
sich graduell auf, was sich nicht zuletzt an den spürbaren
Klimazuwächsen bei den exportsensitiven Branchen über die vergangenen
Monate zeige. Zugleich blieben die binnenwirtschaftlichen
Voraussetzungen - wie die gute Arbeitsmarktlage, aber auch die
Lohnsteigerungen, die Preisentwicklung und das niedrige Zinsniveau -
günstig für die Konjunktur. "Damit stehen die Chancen gut, dass sich
bei steigender Kapazitätsauslastung in absehbarer Zeit auch die
Unternehmensinvestitionen beleben. Dennoch darf man die globalen und
europäischen Risiken nicht aus dem Auge verlieren. Besonders in
Europa fehlt es - trotz inzwischen sichtbarer Stabilisierungserfolge
- weiter an echten Wachstumsimpulsen, die Schuldentragfähigkeit
einzelner Länder wird noch immer angezweifelt. Hier ist Potenzial für
Enttäuschung."
Eine ausführliche Analyse mit Datentabelle und Grafik zum
aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist unter
www.kfw.de/mittelstandsbarometer abrufbar.
Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM) Herr Wolfram Schweickhardt
Tel. +49 (0)69 7431 1778, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
E-Mail: Wolfram.Schweickhardt@kfw.de, Internet: www.kfw.de
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Datum: 01.10.2013 - 10:06 Uhr
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