Neue OZ: Kommentar zu Freihandelsabkommen
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Das Freihandelsabkommen, das Europa und die USA anstreben, könnte
zum Jobturbo für die exportstarke deutsche Industrie werden.
Unternehmen hätten es beispielsweise leichter, an amerikanische
Regierungsaufträge zu kommen. Gemeinsame Industriestandards würden
zudem den bürokratischen Aufwand beim Liefern komplexer Anlagen in
die USA verringern.
Aber könnten die Betriebe in Deutschland die neuen Chancen
überhaupt ergreifen? Wer soll die insgesamt 160 000 neuen
Arbeitsplätze in der Bundesrepublik besetzen, die die
Bertelsmann-Stiftung vorhersagt? Experten warnen: In zwölf Jahren
werden der Wirtschaft sechs Millionen Arbeitskräfte weniger zur
Verfügung stehen, falls in Deutschland keine deutlich bessere
Bildungs- und Zuwanderungspolitik gemacht wird. Produzierende
Unternehmen im Nordwesten Deutschlands fragen sich schon heute, wie
sie in drei Jahren ihre frei werdenden Stellen besetzen sollen.
Darüber hinaus wirkt ein harmonisierter Wirtschaftsraum nicht nur
von hier nach dort, sondern auch umgekehrt: Der Wettbewerb mit den
innovativen amerikanischen Technologieunternehmen wird deutsche
Firmen stark unter Druck setzen.
Auf lange Sicht sind die Amerikaner dabei im Vorteil: Die USA sind
ein Einwanderungsland. Talentierte und bereits gut ausgebildete
Menschen aus aller Welt fliegen der US-Wirtschaft nur so zu. Der
deutschen bisher nicht.
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Datum: 04.10.2013 - 22:00 Uhr
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