Neue OZ: Kommentar zu Syrien / Konflikte / Chemiewaffen
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Syrien ist jetzt offiziell vollwertiges Mitglied der Organisation
für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW), jener Institution, die gerade
erst mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist. Das klingt
zunächst nach einer vergleichsweise belanglosen Vollzugsmeldung,
gleichwohl kommt der Wendung eine Bedeutung zu, die weit über das
protokollarische Prozedere hinausreicht: Mit diesem Schritt zeigt
sich trotz des wütenden Bürgerkriegs mit immer neuen Toten: In Syrien
tut sich etwas Substanzielles; es werden endlich, wenn auch kleine,
Nägel mit Köpfen gemacht.
Sicherlich, wenn den vielen Flüchtlingen stärker unter die Arme
gegriffen würde, wäre das ein ungleich größerer Schritt. Oder wenn am
Ende doch noch ein Ansatz für den Weg aus dem schrecklichen
Bürgerkrieg gefunden werden könnte. Doch für diese hehren Ziele
braucht es vor allem eines: einen Anfang. Und den gibt es jetzt
schwarz auf weiß. Nicht zuletzt deshalb, weil sich hinter den
Kulissen die Außenminister von Russland und den USA, Sergej Lawrow
und John Kerry, zusammengerauft haben. Auch andere Aspekte, wie die
Freilassung vier entführter Mitarbeiter von Rotem Kreuz und Rotem
Halbmond, stimmen vorsichtig optimistisch. Ohne die unermüdliche
Arbeit solcher neutralen Organisationen würde eine Erleichterung für
die leidende Bevölkerung in unerreichbare Ferne rücken.
Fabian Löhe
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 14.10.2013 - 22:00 Uhr
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