Neue OZ: Kommentar zu Bundestag / Koalition
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Akrobatik unter der Reichstagskuppel: Die Union hält zwei Bälle in
der Luft, um das Kunststück der Regierungsbildung zustande zu
bringen. Gut möglich, dass der grüne Ball auf den Boden prallt: Einem
Bündnis von CDU/CSU und Grünen werden immer weniger Chancen
eingeräumt. Das Beharren von Kanzlerin Angela Merkel auf großzügigere
EU-Emissionsregeln für die Autoindustrie und das Bekanntwerden einer
Großspende von BMW-Großaktionären an die CDU haben den Grünen die
Lust auf Experimente vergällt.
Auch bei der Union mehren sich die Zweifel. Die mit den Grünen
Neues wagen wollen, sind meistens Landespolitiker. Von außen lässt's
sich trefflich raten, sie müssten das Berliner Abenteuer ja nicht
bestehen. Bleibt für Jonglage-Künstlerin Merkel also die SPD als
Partner. Aber auch die stellt sich störrisch an, so jedenfalls ist
die Erfahrung von CDU und CSU. Es hat ordentlich gerappelt bei der
vorerst letzten Runde. Denn die Genossen stehen gehörig unter Druck:
Ohne den Mindestlohn von 8,50 Euro als Zeichen des Triumphes können
die SPD-Unterhändler kaum vor den Parteikonvent treten, der am
kommenden Sonntag den Startschuss für Koalitionsverhandlungen geben
muss. Das gespannte Publikum kann noch einige Kunststückchen
erwarten.
Beate Tenfelde
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Datum: 15.10.2013 - 22:00 Uhr
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