Badische Neueste Nachrichten: Keine Sieger
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diesem Duell. Oberflächlich betrachtet, hat Barack Obama die Runde
gewonnen, indem er die Hardliner der Tea Party gegen eine Wand laufen
ließ, keine Vertagung seiner Gesundheitsreform zuließ und einfach
abwartete, bis die Gefahr eines Staatsbankrotts die Gemäßigteren
unter den Republikanern einlenken ließ. Der Präsident als
nervenstarker Pokerspieler: Es war die Lehre aus dem Schuldentheater
des Sommers 2011, als Obama die Brechstangentaktik rechter Rebellen
mit Zugeständnissen belohnte, was die Betonköpfe prompt als Zeichen
der Schwäche verstanden und noch einmal draufsattelten. Mit
Erpressern verhandelt man nicht, lautete diesmal das Mantra des
Weißen Hauses. Die Taktik ging auf, wenn auch buchstäblich erst fünf
vor zwölf. Doch was ändert das an den politischen Schluchten? Der
Kongress ist von einem Abgrund zurückgetreten, um schon in drei
Monaten auf den nächsten zuzusteuern. Steht bis dahin kein
Sparhaushalt, droht erneut der Verwaltungsstillstand. Kurz darauf ist
der gerade erweiterte Schuldenspielraum schon wieder ausgeschöpft.
Vorhang auf zum nächsten Drama! Allenfalls ist da ein
Hoffnungsschimmer: Die Schuld an den grotesken Machtproben sieht der
frustrierte Wähler eher bei den Konservativen, so dass allein die
Angst vor Wahlniederlagen die Grand Old Party mäßigen könnte.
Verloren haben die Vereinigten Staaten. Allein der Gedanke an ihre
Zahlungsunfähigkeit ließ Anleger von Brasilien bis China an der
Verlässlichkeit eines Landes zweifeln, das mit dem Dollar noch immer
die Reservewährung der Welt druckt. Die Serie von Zitterpartien hat
zweifellos Folgen, einen latenten Vertrauensverlust, langfristig
vielleicht eine Schwächung der Rolle des Dollars, womöglich schon
bald eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Nein, zum Jubeln besteht
auch im Oval Office kein Grund.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 17.10.2013 - 22:45 Uhr
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