Neue OZ: Kommentar zu Parteien / Grüne / Parteitag
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Totalumbau bei den Grünen. Sie müssen sich neu erfinden. Die Ökos
sind nach der Wahl aufgewacht, und alles war falsch. Mit grüner
Schonungslosigkeit treiben sie nun eine Selbstüberprüfung voran, an
der sich die gleichfalls gescheiterte SPD ein Beispiel nehmen sollte.
Bei den Genossen passiert in puncto Aufarbeitung der
Wahlniederlage nämlich gar nichts. Anders bei den Grünen: Die alte
Garde trat ab, und auch die alte Geborgenheit im Schatten des
Denkmals Jürgen Trittin ist weg. Wer aber sind die neuen Köpfe? Und
was wollen sie? Darauf wird die Bundesdelegiertenversammlung heute in
Berlin einen ersten Hinweis geben. Parteichef Cem Özdemir ist der
Einzige aus der früheren Führung, der sich an der Spitze halten will.
Er dürfte es schaffen, wenn auch geschwächt. Er steht für Vertiefung
der Kontakte mit der Union, und hat sich bei Trittin und anderen
Vertretern des linken Flügels prompt Widerspruch eingefangen. Warum
diese Scheuklappen? Die Grünen, wollten dreimal mit der SPD regieren
und haben dreimal in die Röhre geguckt. Dass sie so überraschend gute
Gespräche mit der Union geführt haben, eröffnet ihnen eine
Machtoption, und zwar nicht erst für 2017.
Sollte die instabile Stimmung in der SPD anhalten, wo viele mit
der Großen Koalition hadern, sollte ein schwarz-rotes Bündnis wann
auch immer platzen, wären eigenständige Grüne eine Alternative. Auch
deshalb war die CSU so überaus freundlich zu ihnen.
Beate Tenfelde
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Datum: 18.10.2013 - 22:00 Uhr
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