Der Lehman Brothers-Skandal und die "großzügige Entschädigung" der Citibank
Ein Kommentar von Claudia Lunderstedt-Georgi, Geschäftsführerin des Deutschen Verbraucherschutzrings e.V.
Denn nur rund 27 Millionen Euro will die Citibank für ihre freiwillige Kulanzregelung ausgeben. Nicht mehr als die berühmten "Bank-Peanuts". 30 bis 80 Prozent der ursprünglich investierten Summe sollen die Geschädigten erhalten, allerdings nur in den Fällen, in denen eine Entschädigung nach Auffassung und nach Entscheidung durch die Bank überhaupt möglich ist. Nichts für die anderen Anleger. Diese müssen gegen die Citibank klagen oder ihr Investment abschreiben. Kulanz nach Gutsherrenart.
Auch das gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen entwickelte "transparente" Punktesystem, das für die geplante Entschädigung ausgearbeitet wurde, ist nur auf den ersten Blick für die Geschädigten hilfreich. Denn was hat das Alter des Anlegers oder gar das Barvermögen bei der Citibank mit der Berechnung einer Entschädigungssumme zu tun? Und der Höhepunkt : Wer vom Citibank-Berater, trotz der Angabe im Anlegerprofil, beispielswiese eine sichere Anlagestrategie zu verfolgen, falsch beraten wurde, erhält drei volle Punkte. Tolles Entgegenkommen für einen Fehler, den die Bank verursacht hat. Wir können deshalb allen Kunden der Citibank nur raten, sich äußert kritisch mit dem Kulanzangebot zu befassen und sich nicht vorschnell auf einen faulen Kompromiss einzulassen.
Denn: Wer sich auf dieses Citibank-Kulanzverfahren einlässt und die zu niedrige Entschädigung akzeptiert, verzichtet damit automatisch auf das Durchsetzen weiterer Ansprüche. So kann die Citibank Millionen möglicher Schadenersatzansprüche bereits im Ansatz einsparen. Ganz im Sinne ihres eigenen Slogans: "Für alle, die geschickt mit Geld umgehen".
Claudia Lunderstedt-Georgi
Geschäftsführerin des
Deutschen Verbraucherschutzrings e.V.
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Datum: 18.06.2009 - 10:25 Uhr
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