Börsen-Zeitung: Ostereier im Herbst, Kommentar zu Börsengängen von Walther Becker
ID: 966194
Ein nahezu ideales Umfeld für Börsenneulinge in London, Paris,
Mailand und Warschau, aber auch in Hongkong und New York. Dort laufen
Börsengänge in immer kürzeren Abständen - und in Deutschland ist tote
Hose.
Die Zuflüsse institutioneller Investoren nach Europa sind seit
Wochen enorm stark und Fondsmanager sind angesichts der hohen
Liquidität im Markt zunehmend optimistischer. Sie ziehen entwickelte
Volkswirtschaften wieder vor, zielen eher in Richtung Zykliker und
sind bereit für neue Ideen. Und die Alternativen Anleihen, Rohstoffe
und Emerging Markets sind weniger attraktiv. Hinzu kommen die in
diesem Jahr gelaufenen Börsengänge, die gute Argumente bieten, neue
Titel anzuschauen. Die Investoren haben in den ersten sechs Monaten
die These "Europa ist schwierig, Deutschland positiv" gespielt, jetzt
wird stärker auf die Karte "Europa wird besser" gesetzt.
Denn die erste Jahreshälfte ist gerade in Deutschland sehr gut
gelaufen. Bezieht man die Transaktionen ein, bei denen das
zweigleisige Verfahren zulasten des Initial Public Offering (IPO) mit
dem Verkauf endete, dann ist mit LEG Immobilien, Evonik, Kion,
Deutsche Annington, RTL und Osram ein zweistelliger Milliardenbetrag
an Volumen umgeschlagen worden. Das hat so kein anderer Markt in
Europa exerziert. Nun holt London mit großen Schritten auf, wo außer
heimischen Anbietern traditionell auch Rohstoffkonzerne - etwa
Diamantenschürfer aus Russland und asiatische Ölgesellschaften - ihre
Börsenheimat suchen. Dort gibt es Nachholbedarf an Privatisierungen,
und Private Equity ist sehr rege.
Aus der Perspektive von Investoren ist Royal Mail extrem
erfreulich gewesen: ein Plus von 66% in fünf Tagen. Aus Sicht des
britischen Staates und damit des Steuerzahlers ist der - viel zu
niedrige - Emissionspreis ein Skandal, den die Banken zu verantworten
haben. Dass sie stärker mit einer Gebührenkomponente vergütet werden,
die von der Performance nach dem Start abhängt, sollte die Bookrunner
nicht veranlasst haben, den Preis niedrig zu bemessen. Oder doch?
Fest steht für den deutschen Markt: Der traditionelle, langwierige
und schwerfällige Prozess, Unternehmen an die Börse zu führen, ist
kaum mehr geeignet in Zeiten, in denen die IPO-Fenster nur noch kurz
geöffnet sind. Not tut höhere Flexibilität. Wenn Banker jetzt für
Börsengänge trommeln, dann führen die langen Prozesse dazu, dass die
Kandidaten im Frühling so weit sind. So werden im Herbst 2013 die
Ostereier für das Frühjahr 2014 versteckt.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.10.2013 - 20:50 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 966194
Anzahl Zeichen: 2971
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 236 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Ostereier im Herbst, Kommentar zu Börsengängen von Walther Becker"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Lebensmittelpreise ...
Lässt man das kurzzeitige Auf und Ab außer Acht und betrachtet die längerfristige Entwicklung, spricht einiges dafür, dass Lebensmittel in den nächsten Jahren eher teurer werden. So steht einer weiter wachsenden Menschheit eine begrenzte Anbaufläche gegenüber, die durch Klimawandel, Überba
WAZ: Die Preisschraube nichtüberdrehen. Kommentar von Frank Meßing ...
Wenn Nahrungsmittel teurer werden, trifft das insbesondere Verbraucher mit kleinen Einkommen. Doch ein Blick zu europäischen Nachbarn dürfte unseren Unmut über steigende Preise dämpfen. Während die Deutschen nur 11,5 Prozent ihrer Ausgaben für Essen und Trinken tätigen, sind es in Frankre
WAZ: Preisschock ist die bessere Therapie. Kommentar von Gerd Heidecke ...
Seit dem Jahr 2000 hat sich der Preis einer Zigarette in Deutschland praktisch verdoppelt. In der gleichen Zeit ging der Absatz um 40 Prozent zurück, auf immer noch irrsinnig erscheinende über 80 Milliarden Stück im Jahr. Aufgrund des ständigen Drehs an der Tabaksteuerschraube und höherer Me
SilverCrest meldet positive Preliminary Economic Assessment für La Joya Basisfall-Kapitalwert vor Steuerabzug (5 %) von 133 Million US$ und interner Zinsfluss von 30 % bei „Startgru ...
SilverCrest meldet positive Preliminary Economic Assessment für La Joya Basisfall-Kapitalwert vor Steuerabzug (5 %) von 133 Million US$ und interner Zinsfluss von 30 % bei „Startgrube“ VANCOUVER (BRITISH COLUMBIA), 21. Oktober 2013. SilverCrest Mines Inc. (R




