Mittelständische Struktur der Windkraftnutzung erhalten
ID: 972324
"Think Tank Energiewende SH" rät zu nachhaltiger Reform des EEG

(PresseBox) - Das Erneuerbare-Energien-Gesetz muss als Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Windenergie erhalten bleiben. Das ist eine der zentralen Forderungen des im September 2013 neu gegründeten Think-Tank Energiewende Schleswig-Holstein. Zum Treffen der Arbeitsgruppe Energie während der Koalitionsverhandlungen hat das schleswig-holsteinische Gremium aus Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung Handlungsempfehlungen für die Bereiche Strommarktdesign, Netzausbau sowie Aus- und Weiterbildung von Fachkräften an Bundeskanzlerin Merkel und die Verhandlungsführer aus CDU/CSU und SPD geschickt.
Per Lind, Geschäftsführer der Firma GETproject und Sprecher der Arbeitsgruppe Strommarktdesign, verdeutlicht die aktuellen Probleme: "Der Endverbraucher zahlt über die EEG-Umlage die vollen Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Bei fossilen Kraftwerken sind viele Kosten versteckt und werden nicht eingepreist. Darum ist eine Empfehlung des Think-Tank Energiewende Schleswig-Holstein, dass der von der europäischen Union eingeführte CO2-Zertifikatehandel endlich greifen muss. Dadurch würde der Börsenstrompreis steigen und die EEG-Umlage nach den derzeitigen rechtlichen Vorgaben sinken. Gas- und Dampfturbinenkraftwerke können so wieder wirtschaftlich betrieben und als Spitzenlast eingesetzt werden", so Lind. In der Diskussion befindliche Quoten- und Ausschreibungsmodelle sind Linds Auffassung nach mittelstandsfeindlich. "Wenn eine bestimmte Menge an erneuerbaren Energien über Quoten oder Ausschreibungen festgelegt wird, müssen in der Projektierung und Planung wesentlich höhere Risiken eingepreist werden. Für kleinere mittelständische Firmen ist dies kaum möglich, so dass überwiegend große Unternehmen wie die Energieversorger von so einem Modell profitieren. Das bricht der Akzeptanz für die Energiewende in der Bevölkerung und der Vielzahl an regional tätigen kleineren Firmen das Genick und macht die beginnende Demokratisierung des Energiesystems zunichte!", ist er überzeugt.
Auf die sich durch die Energiewende stark verändernde Netzstruktur verweist Professor Dr. Clemens Jauch, Sprecher der Arbeitsgruppe Netze und Professor für Windenergietechnik an der Fachhochschule Flensburg. Statt weniger großer Kraftwerke gebe es nun viele kleine abseits der großen Verbrauchszentren. Um die Bilanz zwischen erzeugter und verbrauchter Energie auch in Zukunft ausgleichen zu können, müssten nicht nur steuerbare Erzeuger vorgehalten, sondern auch die Verbraucher beteiligt werden. "Wir brauchen intelligente Netzlösungen, regelbare Verbraucher und Speicherlösungen. Um den Bedarf an Speichern erfassen zu können, muss jedoch zunächst das Regelungspotenzial der regenerativen Kraftwerke sowie der Verbraucher ermittelt werden", so Jauch. Probleme sieht der Think-Tank Energiewende Schleswig-Holstein in der Akzeptanz der Bevölkerung für den notwendigen Netzausbau. Um sie zu erhöhen, empfiehlt er, Erdverkabelungstechnologien zu evaluieren und deren Nutzung stärker zu fördern.
Andreas Rauschelbach, Sprecher der Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung und Geschäftsführer der Firma OffTEC, weist auf den Fachkräftebedarf besonders in der jungen Offshore-Windkraft-Branche hin. "Gerade in der fachlich technischen Qualifizierung überwiegt heute ein Learning-by-Doing-Prinzip. Das wirkt sich nachteilig auf eine notwenige Transparenz der erforderlichen Qualifizierungsstands und die Nachweisbarkeit der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben und Regelwerke aus. Wir brauchen dringend auf die unterschiedlichen Tätigkeitsprofile der Branche anwendbare, international harmonisierte Sicherheits- und Ausbildungsstandards, die es den Nachwuchsfachkräften ermöglichen, sich unter Berücksichtigung ihrer Lebens- und Berufsplanung sowohl um Stellen in Windparks an Land wie auch auf See zu bewerben."
Das Expertengremium "Think-Tank Energiewende Schleswig-Holstein" wurde gegründet, um die Umsetzung der Energiewende in Schleswig-Holstein und der Bundesrepublik Deutschland zu begleiten. Mitarbeiter aus der Wirtschaft und der Wissenschaft sind darin vertreten, um allgemeinwohlorientierte Handlungsempfehlungen für Problemfelder der Energiewende zu erarbeiten, die sowohl für das Land Schleswig-Holstein gelten als auch auf die Bundesebene übertragbar sind. Die schleswig-holsteinische Landesverwaltung ist beratend eingebunden. Die Handlungsempfehlungen fokussieren dabei zunächst auf die Windkraft. Koordiniert wird der Think-Tank Energiewende Schleswig-Holstein vom Windkraftcluster windcomm, das von der Europäischen Union, vom Land Schleswig-Holstein, regionalen Wirtschaftsförderungsinstitutionen sowie Windkraftfirmen finanziert wird.
Die Handlungsempfehlungen sind unter www.windcomm.de verfügbar.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 31.10.2013 - 10:19 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 972324
Anzahl Zeichen: 4905
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Husum
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 327 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mittelständische Struktur der Windkraftnutzung erhalten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
windcomm schleswig-holstein - Wirtschaftsförderung Nordfriesland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Schwierigkeiten, neue Windkraft-Projekte durchzusetzen, hängen nicht nur mit dem Widerstand einzelner Bürger, sondern auch mit den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2017) - Stichwort Ausbaudeckel und Ausschreibungen - sowie Unklarheiten über die zukünftige Gebietskulisse für
Offshore in Schleswig-Holstein: Kostendruck gefährdet Mittelständler ...
Rettung aus der Luft und schneller Transport von Technikern und Ersatzteilen, selbst bei Windstärken, die einen Einsatz von Schiffen nicht mehr zulassen - Hubschrauber sind ein wichtiger Teil der Rettungs- und Versorgungskette für Windparks auf See geworden. In den letzten Jahren entstanden Helik
2.500 Megawatt plus Repowering braucht der Klimaschutz ...
?Wir können die Klimaschutzziele nur mit Windkraft-Zubau erreichen. Deshalb wollen wir, dass es deutschlandweit beim Zubau von 2.500 Megawatt plus Repowering pro Jahr bleibt, den wir beim EEG 2014 ausgehandelt haben", fasste Dr. Ingrid Nestle die Ziele der Landesregierung für die nächsten V
Weitere Mitteilungen von windcomm schleswig-holstein - Wirtschaftsförderung Nordfriesland
Workshop?Power to heat? des Forschungsprojekts ESPEN und der Landesinitiative Energiespeicher und -systeme Niedersachsen bei Stiebel Eltron ...
Beim Workshop ?Power to heat?, zu dem die Akteure des Forschungsprojekts ESPEN und die Landesinitiative Energiespeicher und -systeme am 29. Oktober 2013 gemeinsam mit der Stiebel Eltron GmbH & Co. KG nach Holzminden eingeladen hatten, diskutierten ca. 40 Vertreter unterschiedlicher Branchen und
VKU zur Energiepolitik / Koalitionspartner sollten mutige Reformen vereinbaren ...
Angesichts der laufenden Koalitionsgespräche betont der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) als Spitzenverband der kommunalen Wirtschaft: "Es ist wichtig, dass die Koalitionspartner in ihren Verhandlungen sehr konkrete Schritte für die Energiepolitik vereinbaren und dabei den Mut haben, di
Energiemakler MV Schütte - Sonderkonditionen für RLM-Kunden (Leistungsmessung) in Bad Doberan und Umgebung... ...
Seit 2001 bietet der unabhängige Energiemakler MV Schütte speziell für Gewerbekunden Energiekostenoptimierungen. "Unser Unternehmen hat sich auf mittelständische Gewerbekunden spezialisiert, hierbei bieten wir vor allem nachhaltige Energiekonzepte" erläutert Klaus Schütte von dem Ene
Was den Organismus zum Leben erweckt ...
s zum Leben erweckt Proteomik ist ein sich rasant entwickelndes Forschungsfeld der Lebenswissenschaften. Sie ist nun Thema einer Sonderausgabe der international renommierten Zeitschrift PROTEOMICS. "Environmental Microbial Proteomics" lautet der Titel der Ausgabe, Herausgeber ist Prof.




