?Im Visier der Staatsgewalt?
ID: 973653
Im Visier der Staatsgewalt"
Die historische Ausstellung "Im Visier der Staatsgewalt. Die Universität Gießen als Zentrum von Revolution und Repression 1813 bis 1848" der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) wurde am Donnerstag, 31. Oktober 2013, feierlich eröffnet. Die Ausstellung ist einer der Höhepunkte des Georg-Büchner-Gedenkjahres 2013, das die Universität Gießen gemeinsam mit der Universitätsstadt Gießen feiert. Nach dem Grußwort von Prof. Dr. Peter Winker, Vizepräsident für Wissenschaftliche Infrastruktur der JLU, gab Prof. Dr. Helmut Berding, Emeritus für Neuere Geschichte am Historischen Institut der JLU, einen kurzen Überblick über den Ausstellungszeitraum, die Zeit von Restauration und Vormärz im frühen 19. Jahrhundert. Danach führten die beiden Historikerinnen Dr. Eva-Marie Felschow, Leiterin des Universitätsarchivs, und Dr. Irene Häderle, Mitarbeiterin im Universitätsarchiv, in die Ausstellung ein.
Zwei Semester war Georg Büchner an der Universität in Gießen immatrikuliert. Hier gründete er die "Gesellschaft der Menschenrechte" und schrieb den "Hessischen Landboten". Die Historikerinnen Dr. Eva-Marie Felschow und Dr. Irene Häderle nehmen den Revolutionär Georg Büchner als Ausgangspunkt für einen erweiterten Blick auf die damalige Zeit, in der nicht nur Georg Büchner, sondern Generationen von jungen Studenten von Aufbruchsstimmung und dem Wunsch nach einem politischen Neuanfang inspiriert waren.
Die mit den Befreiungskriegen in ganz Deutschland entstandenen Einheits- und Freiheitsbewegungen wurden von den Regierungen der monarchischen deutschen Staaten vehement bekämpft. 35 Jahre lang engagierten sich oppositionelle Bürger und Studenten für ihre politischen Ziele, mussten Niederlagen, Verfolgung und harte Strafen hinnehmen, bis es 1848 endlich zur Revolution kam und der Traum von einem demokratischen Staat in greifbare Nähe rückte.
Die Ausstellung "Im Visier der Staatsgewalt" fragt nach der Rolle der Universität Gießen im Kontext von Revolution und Repression im Großherzogtum Hessen. Mit einer Vielzahl zeitgenössischer Abbildungen, originalen Schriftstücken, darunter auch eines der wenigen erhaltenen Originale des "Hessischen Landboten", Gegenständen und multimedialen Darstellungen - Verhöre der Revolutionäre, Briefe des Universitätsrichters, Filmausschnitt einer Gefängnisszene - zeigt sie die Universität als Hort revolutionären Gedankenguts und konspirativer Gruppierungen wie auch als Kontrollorgan der großherzoglichen und bundesstaatlichen Obrigkeit. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung lernen das auf Beschluss des Deutschen Bundes an der Universität etablierte Überwachungs- und Strafsystem kennen und begegnen den Protagonisten der Staatsgewalt. Neueste Quellenauswertungen erlauben sogar ungewöhnliche Einblicke in den Arbeitsalltag des Universitätsrichters Trygophorus.
Neben die Darstellung der Verfolger tritt die Vorstellung der Verfolgten, von den sogenannten "Schwarzen" über die Geheimgesellschaften wie Büchners "Gesellschaft der Menschenrechte" bis zum Revolutionsjahr 1848, in dem die Hoffnungen der Demokraten Wirklichkeit zu werden schienen und in dem uns viele bekannte und "altgediente" Oppositionelle wiederbegegnen.
Studierende der Germanistik und der Angewandten Theaterwissenschaften der JLU gestalteten zur Eröffnung ein von Sonja Risse kuratiertes künstlerisches Begleitprogramm, das den Bogen spannte von der konspirativen Verteilung von Flugschriften über inszenierte Verhöre bis zur Einrichtung der "AufstandsAgentur" und dem Singen eines Freiheitslieds. Die Arbeiten des Programms waren im Sommersemester 2013 in einem Büchner-Projektseminar am Institut für Geschichte unter der Leitung von Dr. Kai Bremer entstanden.
Öffnungszeiten der Ausstellung:
1. November bis 13. Dezember 2013, Montag bis Freitag, 9 bis 19 Uhr. Führungen auf Anfrage unter: Eva-Marie.Felschow(at)admin.uni-giessen.de
Kontakt:
Universitätsarchiv der Justus-Liebig-Universität Gießen
Dr. Eva-Marie Felschow (Leitung), Dr. Irene Häderle
Otto-Behaghel-Straße 8, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-14060 / -14076; Fax: 0641 99-14009
Die historische Ausstellung "Im Visier der Staatsgewalt. Die Universität Gießen als Zentrum von Revolution und Repression 1813 bis 1848" der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) wurde am Donnerstag, 31. Oktober 2013, feierlich eröffnet. Die Ausstellung ist einer der Höhepunkte des Georg-Büchner-Gedenkjahres 2013, das die Universität Gießen gemeinsam mit der Universitätsstadt Gießen feiert. Nach dem Grußwort von Prof. Dr. Peter Winker, Vizepräsident für Wissenschaftliche Infrastruktur der JLU, gab Prof. Dr. Helmut Berding, Emeritus für Neuere Geschichte am Historischen Institut der JLU, einen kurzen Überblick über den Ausstellungszeitraum, die Zeit von Restauration und Vormärz im frühen 19. Jahrhundert. Danach führten die beiden Historikerinnen Dr. Eva-Marie Felschow, Leiterin des Universitätsarchivs, und Dr. Irene Häderle, Mitarbeiterin im Universitätsarchiv, in die Ausstellung ein.
Zwei Semester war Georg Büchner an der Universität in Gießen immatrikuliert. Hier gründete er die "Gesellschaft der Menschenrechte" und schrieb den "Hessischen Landboten". Die Historikerinnen Dr. Eva-Marie Felschow und Dr. Irene Häderle nehmen den Revolutionär Georg Büchner als Ausgangspunkt für einen erweiterten Blick auf die damalige Zeit, in der nicht nur Georg Büchner, sondern Generationen von jungen Studenten von Aufbruchsstimmung und dem Wunsch nach einem politischen Neuanfang inspiriert waren.
Die mit den Befreiungskriegen in ganz Deutschland entstandenen Einheits- und Freiheitsbewegungen wurden von den Regierungen der monarchischen deutschen Staaten vehement bekämpft. 35 Jahre lang engagierten sich oppositionelle Bürger und Studenten für ihre politischen Ziele, mussten Niederlagen, Verfolgung und harte Strafen hinnehmen, bis es 1848 endlich zur Revolution kam und der Traum von einem demokratischen Staat in greifbare Nähe rückte.
Die Ausstellung "Im Visier der Staatsgewalt" fragt nach der Rolle der Universität Gießen im Kontext von Revolution und Repression im Großherzogtum Hessen. Mit einer Vielzahl zeitgenössischer Abbildungen, originalen Schriftstücken, darunter auch eines der wenigen erhaltenen Originale des "Hessischen Landboten", Gegenständen und multimedialen Darstellungen - Verhöre der Revolutionäre, Briefe des Universitätsrichters, Filmausschnitt einer Gefängnisszene - zeigt sie die Universität als Hort revolutionären Gedankenguts und konspirativer Gruppierungen wie auch als Kontrollorgan der großherzoglichen und bundesstaatlichen Obrigkeit. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung lernen das auf Beschluss des Deutschen Bundes an der Universität etablierte Überwachungs- und Strafsystem kennen und begegnen den Protagonisten der Staatsgewalt. Neueste Quellenauswertungen erlauben sogar ungewöhnliche Einblicke in den Arbeitsalltag des Universitätsrichters Trygophorus.
Neben die Darstellung der Verfolger tritt die Vorstellung der Verfolgten, von den sogenannten "Schwarzen" über die Geheimgesellschaften wie Büchners "Gesellschaft der Menschenrechte" bis zum Revolutionsjahr 1848, in dem die Hoffnungen der Demokraten Wirklichkeit zu werden schienen und in dem uns viele bekannte und "altgediente" Oppositionelle wiederbegegnen.
Studierende der Germanistik und der Angewandten Theaterwissenschaften der JLU gestalteten zur Eröffnung ein von Sonja Risse kuratiertes künstlerisches Begleitprogramm, das den Bogen spannte von der konspirativen Verteilung von Flugschriften über inszenierte Verhöre bis zur Einrichtung der "AufstandsAgentur" und dem Singen eines Freiheitslieds. Die Arbeiten des Programms waren im Sommersemester 2013 in einem Büchner-Projektseminar am Institut für Geschichte unter der Leitung von Dr. Kai Bremer entstanden.
Öffnungszeiten der Ausstellung:
1. November bis 13. Dezember 2013, Montag bis Freitag, 9 bis 19 Uhr. Führungen auf Anfrage unter: Eva-Marie.Felschow(at)admin.uni-giessen.de
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Dr. Eva-Marie Felschow (Leitung), Dr. Irene Häderle
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Datum: 04.11.2013 - 09:51 Uhr
Sprache: Deutsch
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