Neue OZ: Kommentar zu Schulen
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Es ist das gute Recht der Lehrer, sich gegen eine Verschlechterung
ihrer Arbeitsbedingungen zur Wehr zu setzen, auch wenn es "nur" um
eine Stunde geht. Das Gegenargument, dass in anderen Bundesländern
und Schulformen Lehrkräfte schon jetzt mehr Unterrichtsstunden
leisten müssen als an niedersächsischen Gymnasien, führt nicht
sonderlich weit, die föderalen Unterschiede sind groß genug, um
Vergleiche zumindest schwierig zu gestalten. Nur ob die Lehrer sich
mit dem Boykott von Klassenfahrten einen Gefallen tun, darf
bezweifelt werden. Zwar ist es eine wirkmächtige, weil plakative Form
des Protests. Er trifft aber weniger die Regierung als vielmehr die
Schüler, auf deren Rücken der Arbeitskampf geführt wird.
Die Landesregierung steht vor Zusatzinvestitionen in dreistelliger
Millionenhöhe. Die Inklusion will bezahlt werden, der Ausbau der
Ganztagsschulen ebenso, mittelfristig eventuell die Rückkehr zum
Abitur nach 13 Jahren, all das kostet Geld. Dass die Regierung nach
Einsparmöglichkeiten im betreffenden Ressort sucht, ist
nachvollziehbar. Dass niemand gerne herangezogen wird, um
Finanzierungslücken zu füllen, allerdings auch. Es ist eine ansonsten
recht treue Klientel, mit der sich SPD-Ministerpräsident Stephan Weil
da anlegt. Dass er nicht davor zurückschreckt, ist durchaus mutig zu
nennen, zumal seiner Amtskollegin Hannelore Kraft in NRW eine ganz
ähnliche Auseinandersetzung nicht gut bekommen ist.
Maik Nolte
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Datum: 04.11.2013 - 22:00 Uhr
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