Schwäbische Zeitung: Eine Partei wartet ab - Leitartikel
ID: 981295
an. Die Delegierten sprechen einem SPD-Parteichef das Vertrauen aus.
Sie wissen aber noch nicht, ob sie dem von ihm eingeschlagenen Weg in
eine Große Koalition folgen werden. Sie wollen heute eine
Generalsekretärin wählen, die vielleicht in Kürze Ministerin wird.
Sie bereiten den Weg für eine Große Koalition, blinken aber
gleichzeitig nach links, um auch störrische Anhänger mitzunehmen. Der
Zeitpunkt des Parteitags ist unpassend, doch er war nicht zu
verschieben.
Die Stimmung in Leipzig ist genauso verhalten wie bei den
SPD-Anhängern im ganzen Land. Auch wenn Manuela Schwesigs Drohung,
keine Große Koalition zu wollen, eher unter der Rubrik Theaterdonner
für den Parteitag abzuheften ist, bleibt der Eindruck: Es läuft
schwierig und zäh bei den Verhandlungen mit der Union.
Kein Wunder, dass die SPD-Basis da keine Freude beim Gedanken ans
Regieren mit Angela Merkel empfindet. Sie ist und bleibt
misstrauisch, sie würde es nicht verzeihen, wenn es am Ende wieder
einmal nur um Posten und Macht ginge. Gabriel kann den Beweis einer
sozialdemokratischen Handschrift im Koalitionsvertrag noch nicht
antreten. Doch er hat sich Vorschuss-Vertrauen erarbeitet, dass er
derjenige sein könnte, der sozialdemokratische Inhalte, vom
Mindestlohn bis zur Rente nach 45 Arbeitsjahren, durchsetzen kann.
Er hat in Leipzig eine nüchterne Standortbeschreibung gegeben und
ein ehrliches Wahlergebnis erhalten. Er hat Fehler eingestanden und
in seiner Rede ausgearbeitet, wo die SPD wieder Boden gutmachen muss.
Sie muss Wirtschaftskompetenz vermitteln, und wichtiger noch, die
ganz normalen Menschen ansprechen. Jene, die wie Guido Westerwelle es
immer sagte, jeden Morgen aufstehen, zur Arbeit gehen, Geld verdienen
und Steuern zahlen.
Gabriel will die kulturelle Kluft zum Kern der Arbeitsgesellschaft
wieder schließen. Übersetzt heißt das: Die Facharbeiter von der CDU
zurück zur SPD holen.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.11.2013 - 21:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 981295
Anzahl Zeichen: 2346
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 200 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Eine Partei wartet ab - Leitartikel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Schwäbische Zeitung: Beschädigter Obama - Kommentar ...
Man kann sich kaum vorstellen, dass der US-Präsident einmal seine Stimme erheben könnte. Doch spätestens jetzt wird ein Wutanfall wahrscheinlich. Denn die Pannen bei der Einführung von Obamacare, der prestigeträchtigen Gesundheitsreform, drohen das verbleibende politische Ansehen des ersten
Lausitzer Rundschau: Genossen in Therapie Zum Bundesparteitag der SPD in Leipzig ...
Sechs Wochen dümpeln die Koalitionsverhandlungen in Berlin jetzt schon vor sich hin. In großen Runden, Arbeitsgruppen und kleinen Untergruppen. Und als wäre das noch nicht nervig genug, wird der Regierungsbildungsprozess nun auch noch von einem SPD-Parteitag gestört. So mögen die meisten BÃ
Südwest Presse: Kommenar zum ASYLRECHT ...
Was den Innenministern der EU einvernehmlich nicht gelingen will, hat nun der Europäische Gerichtshof in die Wege geleitet: eine fairere Lastenverteilung zwischen den Staaten am Südrand der EU und jenen im Zentrum. Zwar hat das Gericht die sogenannte Dublin-II-Regelung, wonach der EU-Staat den
Mitteldeutsche Zeitung: zu Schankrecht in Sachsen-Anhalt ...
Viele Wirte haben große wirtschaftliche Probleme. Ein Grund ist die Tatsache, dass vor allem in ländlichen Gegenden viele Vereine selbst den Ausschank organisiert haben. Manches Vereinsheim ist wie eine kleine Gaststätte eingerichtet und funktioniert auch so - allerdings ohne Konzession und




