Badische Neueste Nachrichten: Sinneswandel
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Kessel: Mit der Abkehr von der Ein-Kind-Politik kommt Peking dem
langgehegten Wunsch der Menschen im Riesenreich entgegen. Die
Regelung war 1979 eingeführt wurden, um der Bevölkerungsexplosion zu
begegnen. Inzwischen ist die Ernährung der Menschen nicht mehr das
Hauptproblem für die kommunistischen Kader. Dazu kommt, dass das
Gesetz in den vergangenen Jahren durch Ausnahmeregelungen immer mehr
ausgehöhlt wurde. So traf die Ein-Kind-Beschränkung am Ende nur noch
auf ein Drittel der Bevölkerung zu. Wer clever war, fand auch in
dieser Gruppe ein Schlupfloch, um der Parteiführung in Peking ein
Schnippchen zu schlagen. Insofern ist der Sinneswandel der
Politikerkaste nur folgerichtig. Dazu kommt, dass China die Frauen
ausgehen. Der Zwang zur Mini-Familie hat am Ende zu einem derart
starken Männerüberschuss geführt, dass es inzwischen im Reich der
Mitte einem Lotteriespiel gleicht, doch noch eine Partnerin fürs
Leben zu finden. Der neu bekundete Reformwille sorgt für die Abkehr
von der verhassten Politik der 70er Jahre. Vorbei sollen angeblich
die Zeiten sein, als missliebige Kritiker in Umerziehungslagern
mundtot gemacht wurden. Nur zeigt die aktuelle Entwicklung um die
heutigen Regimekritiker, dass Anspruch und Wirklichkeit noch weit
auseinanderklaffen.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 15.11.2013 - 22:45 Uhr
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