Neue OZ: Kommentar zu Einzelhandel
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Von der "Servicewüste Deutschland" ist schon seit Jahren die Rede,
wenn Themen wie Einkaufen oder die Inanspruchnahme von
Dienstleistungen diskutiert werden. Und die aktuelle Forsa-Umfrage
bestätigt den Eindruck vieler Kunden: Fast 60 Prozent der Befragten
kritisieren die Beratung in Einzelhandelsgeschäften. Vier von zehn
Kunden rechnen schon damit, dass sie einen Verkäufer erst suchen oder
zumindest Geduld haben müssen, bevor sie eine Beratung erhalten.
Das oft strapazierte Bild vom Baumarkt, wo zwischen haushohen
Regalen kein kompetenter Ansprechpartner zu finden und der
Mitarbeiter an der Information überfordert ist, scheint zu stimmen.
Hier liegt eine große Gefahr für den Einzelhandel: Wer einen
Verkäufer noch nicht einmal erwartet oder schon weiß, wie schwierig
eine Erläuterung in den Läden zu bekommen ist, wandert ab, zum
Beispiel ins Internet. Dort fällt der Punkt Beratung in vielen Fällen
zwar auch flach, allerdings findet man hier oft Tipps in
Expertenforen oder beim Anklicken von Kundenerfahrungen.
Der Einzelhandel muss seine Chance nutzen, den Einkauf weiter zum
Erlebnis machen, die Beratung gehört wieder in den Fokus. Wer einen
neuen Anzug sucht, wessen Waschmaschine den Geist aufgegeben hat oder
wer nur passende Schrauben für sein neues Regal braucht, braucht
fachkundiges Personal. Dafür müssen aber oft auch erst einmal mehr
Leute eingestellt werden.
Gerhard Placke
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 18.11.2013 - 22:00 Uhr
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