Heiß und kalt serviert ? Vereinzelung von Mikrochips mittels Laserstrahl und Wasser-Aerosol

(PresseBox) - Wissenschaftler des Fraunhofer IISB in Erlangen und der JENOPTIK Automatisierungstechnik GmbH in Jena wurden für die Entwicklung eines neuartigen, laserbasierten Trennverfahrens für sprödbrüchige Materialien mit dem Georg Waeber Innovationspreis 2013 des Förderkreises für die Mikroelektronik e.V. ausgezeichnet. Das Verfahren kann u.a. in der Halbleiterfertigung zur Vereinzelung integrierter Schaltkreise eingesetzt werden. Als Vertreter des Förderkreises überreichte Knut Harmsen, Leiter der Geschäftsstelle Erlangen der IHK Nürnberg für Mittelfranken, die Auszeichnung an das Forscherteam. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Jahrestagung des Fraunhofer IISB am 21.11.2013 in Erlangen statt.
Dr. Matthias Koitzsch, Dirk Lewke und Dr. Martin Schellenberger vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in Erlangen sowie Dr. Hans-Ulrich Zühlke von der Jenoptik Automatisierungstechnik GmbH in Jena haben mit dem "Thermischen Laserstrahlseparieren" (TLS) ein innovatives Verfahren entwickelt, mit dem sich sprödbrüchige Materialien ohne Materialverlust und in hoher Qualität trennen lassen. Das Trennverfahren basiert auf der Führung eines Risses mittels thermisch induzierter mechanischer Spannungen. Dazu wird die Materialoberfläche lokal mit einem Laser erwärmt und anschließend durch ein Aerosol abgekühlt. Aufbauend auf grundlegenden Untersuchungen zum Prozessverständnis wurde das TLS-Prinzip bis zur Marktreife gebracht und in eine Prototyp-Anlage implementiert. Die wesentlichen Vorteile des neuartigen Verfahrens sind der abtragsfreie Trennvorgang, die hohe Geschwindigkeit und die nahezu perfekte Trennkante.
Die Anwendungen, die während der Technologieentwicklung alleine für den Bereich der Halbleiterfertigung erschlossen wurden, sind vielfältig. Ein erstes Einsatzgebiet für das thermische Laserstrahlseparieren ist die Vereinzelung integrierter Schaltkreise (Mikrochips) auf Silicium-Basis. TLS ermöglicht hier beispielsweise bei der Herstellung von Mikrochips eine höhere Packungsdichte auf den Halbleiterscheiben (Wafer) und durch die Qualität der Trennkanten auch eine höhere Bruchfestigkeit der vereinzelten Chips, was insgesamt einer höheren Ausbeute (Yield) zu Gute kommt. In Siliciumcarbid, einem Halbleitermaterial mit großem Zukunftspotential in der Leistungselektronik, arbeitet TLS bis zu 100-mal schneller als etablierte Trennverfahren. Ebenso erlaubt TLS eine nachträgliche Größenanpassung von Wafern, was z.B. für Forschungs- und Versuchszwecke von Interesse ist.
"Mit dem TLS-Trennverfahren steht einem heimischen Gerätehersteller eine innovative und konkurrenzfähige Technologie zur Verfügung, die etablierten Trennverfahren in entscheidenden Belangen deutlich überlegen ist. TLS besitzt ein großes Potential nicht nur in der Halbleiterindustrie", meint Dr. Martin Schellenberger, der am Fraunhofer IISB für die wissenschaftliche Planung und Koordination der Geräte- und Prozessentwicklung für das TLS-Trennverfahren sowie die Verbreiterung der Anwendungsfelder verantwortlich zeichnete.
Dr. Hans-Ulrich Zühlke, seitens der Jenoptik Automatisierungstechnik GmbH als Projektleiter für die Spezifikation des TLS-Geräts, die Koordinierung der Entwicklungsarbeiten mit dem Fraunhofer IISB und den Aufbau der ersten Prototyp-Anlage zuständig, resümiert: "Wir freuen uns mit unseren Kollegen vom IISB über die Auszeichnung mit dem Innovationspreis Mikroelektronik und möchten uns im Namen aller Beteiligten beim Förderkreis Mikroelektronik für die Anerkennung unserer Arbeit bedanken. Ebenso erfreulich ist für uns als Industriepartner natürlich auch die Tatsache, dass schon mit zwei renommierten Halbleiterherstellern der Einsatz des TLS-Verfahrens in deren Produktion untersucht wird."
Innnovationspreis Mikroelektronik und Förderkreis für die Mikroelektronik e.V.
Der Innovationspreis Mikroelektronik wird jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgeschrieben und ist mit 3000 Euro dotiert. Bei der Beurteilung durch die Jury wird insbesondere der Erkenntnisfortschritt berücksichtigt und Wert auf die praktische Verwertung durch die Wirtschaft gelegt. Der Förderkreis für die Mikroelektronik e.V. ist ein Zusammenschluss von ca. 15 Unternehmen, zwei Fraunhofer-Instituten, vier Lehrstühlen der Universität Erlangen-Nürnberg und der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Der Förderkreis verleiht jährlich den Innovationspreis, fördert technisch-wissenschaftliche Veranstaltungen und Kooperationen zwischen Forschung, Entwicklung und Anwendung.
Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB betreibt angewandte Forschung und Entwicklung auf den Gebieten Leistungselektronik, Mechatronik, Mikro- und Nanoelektronik. Mit seinen Arbeiten zu leistungselektronischen Systemen für Energieeffizienz, Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie zur Technologie-, Geräte- und Materialentwicklung für die Nanoelektronik genießt das Institut internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Vertragsforschung für die Industrie und öffentliche Einrichtungen. Neben seinem Hauptsitz in Erlangen betreibt das IISB weitere Standorte in Nürnberg und Freiberg. Das IISB kooperiert eng mit dem Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB betreibt angewandte Forschung und Entwicklung auf den Gebieten Leistungselektronik, Mechatronik, Mikro- und Nanoelektronik. Mit seinen Arbeiten zu leistungselektronischen Systemen für Energieeffizienz, Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie zur Technologie-, Geräte- und Materialentwicklung für die Nanoelektronik genießt das Institut internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Vertragsforschung für die Industrie und öffentliche Einrichtungen. Neben seinem Hauptsitz in Erlangen betreibt das IISB weitere Standorte in Nürnberg und Freiberg. Das IISB kooperiert eng mit dem Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Datum: 25.11.2013 - 08:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 986879
Anzahl Zeichen: 5487
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Erlangen
Kategorie:
Elektro- und Elektronik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 356 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Heiß und kalt serviert ? Vereinzelung von Mikrochips mittels Laserstrahl und Wasser-Aerosol"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB und die PVA TePla AG bündeln ihre Kompetenzen zur Herstellung von Aluminiumnitrid-Kristallen (AlN) in einem neuen Joint Lab. Die Partnerschaft ermöglicht erstmalig in Europa eine industriell unterstützte Kleinserienp
Wirtschaftliches, flexibles und effizientes Energiemanagement für Unternehmen mit der Softwaretoolbox intEMT® ...
Energiesysteme in Unternehmen, Quartieren und allgemeiner Infrastruktur sind komplex und bieten häufig Potenzial, durch intelligentes Energiemanagement sowohl Kosten als auch klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Dabei unterstützt die universelle Softwaretoolbox intEMT® (intelligent Energy M
Labor statt Klassenzimmer: Schulkinder der Montessori Schule Herzogenaurach erforschen Kristalle am Fraunhofer IISB ...
Im Rahmen der MINT-Projektwoche »Kristalle« steht für die Schülerinnen und Schüler der Montessori Schule Herzogenaurach echte Forschung auf dem Stundenplan: Sie schlüpfen in Laborkittel, Schutzbrillen und Handschuhe und tauchen voll in die Welt dieser spannenden Werkstoffe ein. Halbleiter-Kris
Weitere Mitteilungen von Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB
IEEE bestätigt neuen Standard 1901.2 zur Unterstützung von Niedrigfrequenz-Powerline über Schmalband für Smart Grid-Anwendungen ...
PISCATAWAY/N.J., USA, - 21. November 2013 - IEEE, der weltweit größte Verband zur Förderung von Technologien, gibt bekannt, dass der Standard IEEE 1901.2(TM) - im Original: "Standard for Low-Frequency (less than 500kHz) Narrowband Power-Line Communications for Smart-Grid Applications" -
Industriepartner unterstützen e-masters Kampagne ...
Die e-masters Kooperation lud ihre Lieferantenpartner zur Vorstellung der neuen Kampagne „intelligent modernisieren“ ein, bei der sie als treibende Kraft mitmachen können. Der enorme Zuspruch von 140 Teilnehmern zeigte, wie wichtig dieses Thema für die Elektrobranche und somit auch für das El
digitalSTROM gewinnt Leserwahl des Fachmagazins CONNECTED HOME ...
München, 22.11.2013. Wer bietet Kunden die besten Produkte und Lösungen im Smart Home Bereich? Nach Meinung der Leserinnen und Leser des Fachmagazins CONNECTED HOME ist ganz vorne mit dabei: digitalSTROM! Das Unternehmen bringt digitalen Lifestyle in jedes Zuhause. Intuitiv in der Anwendung und ei
Neu bei ELV: "Boomer Light" von Ultron kombiniert Beleuchtung mit Musikwiedergabe per Bluetooth ...
Leer, 22. November 2013 - Mittels MP3-Player und Co. lässt sich die Lieblingsmusik überall hin mitnehmen. Das ELV Versandhaus (http://www.elv.de/) geht jetzt noch einen Schritt weiter mit dem Bluetooth-Lautsprecher Boomer Light von Ultron, einem Lautsprecher mit integrierten LEDs. Dazu schraubt




