Mit neuer Immuntherapie gegen bösartigsten Gehirntumor

Mit neuer Immuntherapie gegen bösartigsten Gehirntumor

ID: 987365

t neuer Immuntherapie gegen bösartigsten Gehirntumor


Tierversuche zeigen, dass es relativ einfach ist, den Krebs in seinen Anfangsstadien zu therapieren. Weitaus schwieriger ist es, den bereits fortgeschrittenen Krebs erfolgreich zu bekämpfen. Und als besondere Herausforderung erweist sich die Therapie im Gehirn. Denn in Gehirntumoren versammeln sich sogenannte regulatorische T-Zellen, und diese unterdrücken einen Immunangriff.

Im mehreren Schritten und mit einer neuen Strategie sowie einem neuen Medikament ist dem Team um Burkhard Becher vom Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich dies nun beim Glioblastom, einem der gefährlichsten Gehirntumore, geglückt: Erstens das körpereigene Immunsystem so anzuregen, dass es zweitens die Hirntumorzellen erkennt und sie drittens abtötet - und zwar, viertens, auch in dessen fortgeschrittenem Stadium.

Für ihre neue Studie galt es zunächst, das lokale Schutzschild des Tumors auszuhebeln. «Wir wollten herausfinden, ob wir überhaupt eine Immunantwort gegen einen im Gehirn wachsenden Tumor auslösen können», erklärt Burkhard Becher. Dazu verwendete das Team den Immunbotenstoff Interleukin-12. Wird im Tumor Interleukin-12 produziert, werden Immunzellen so angeregt, dass der Tumor angegriffen und abgestossen wird. Nachdem dieses Verfahren im Frühstadium des Tumors gut funktioniert hatte, warteten die Forschenden in einem nächsten Schritt mit dem Eingriff so lange, bis der Tumor sehr gross war und die Lebenserwartung der unbehandelten Versuchstiere weniger als drei Wochen zählte. «Wir haben erst mit der Therapie begonnen, als es eigentlich schon zu spät war», sagt der Erstautor der Studie Johannes vom Berg. Die Erfolgsquote war gering, vom Berg präzisiert: «Wurde jetzt biotechnologisch hergestelltes Interleukin-12 in den grossen Gehirntumor injiziert, gab es zwar eine Immunantwort, aber nur bei einem Viertel der Tiere führte diese zur Tumorabstossung».

Von 25 auf 80 Prozent: Kombinierte Therapie bringt Erfolg

Erfolgreich waren die Forscher, als sie sich eine neue Entwicklung aus der Hautkrebstherapie zu Nutze machten: Sie kombinierten die intratumorale Interleukin-12-Therapie mit der intravenösen Gabe eines neuen immun-stimulierenden Medikaments, welches die regulatorischen T-Zellen unterdrückt. Nun funktionierte die Abstossung des Tumors bei 80 Prozent der Versuchstiere. «Selten habe ich bei der vorklinischen Gliomtherapie derart überzeugende Daten gesehen», sagt Michael Weller, Neuroonkologe und Direktor der Klinik für Neurologie am UniversitätsSpital Zürich, und folgert: «Deshalb sollte diese Entdeckung baldmöglichst in klinischen Studien geprüft werden».

Das Team hat in der Folge in einem gemeinsamen Versuch die Therapie noch an einem weiteren Tumormodell getestet, das die klinische Situation des Hirntumorpatienten noch besser widerspiegelt. Und wiederum war das Resultat erfolgreich.

Der nächste Schritt: Klinische Studie so bald wie möglich

Die Ergebnisse der aktuellen Forschungsarbeit sind jetzt im «Journal of Experimental Medicine» erschienen. Ihre vielversprechenden Resultate bedeuten noch nicht, dass die Therapie auch bei Hirntumorpatienten so gut funktionieren wird. Dies gilt es in einem nächsten Schritt zu erforschen. Burkhard Becher formuliert es so: «Wir sind zurückhaltend optimistisch, aber es wird Zeit, dass man dieser tödlichen Tumorerkrankung mit ganz neuen Strategien zu Leibe rückt».

Literatur:
Johannes vom Berg, Melissa Vrohlings, Sergio Haller, Aladin Haimovici, Paulina Kulig, Anna Sledzinska, Michael Weller, and Burkhard Becher. Intratumoral IL-12 combined with CTLA-4 blockade elicits T cell mediated glioma rejection. The Journal of Experimental Medicine (JEM). November 25, 2013. doi: 10.1084/jem.20130678


Kontakt:

Prof. Burkhard Becher, PhD
Institut für Experimentelle Immunologie
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 37 03
E-Mail: becher@immunology.uzh.ch



(pressrelations) - erapie gegen bösartigsten Gehirntumor


Tierversuche zeigen, dass es relativ einfach ist, den Krebs in seinen Anfangsstadien zu therapieren. Weitaus schwieriger ist es, den bereits fortgeschrittenen Krebs erfolgreich zu bekämpfen. Und als besondere Herausforderung erweist sich die Therapie im Gehirn. Denn in Gehirntumoren versammeln sich sogenannte regulatorische T-Zellen, und diese unterdrücken einen Immunangriff.

Im mehreren Schritten und mit einer neuen Strategie sowie einem neuen Medikament ist dem Team um Burkhard Becher vom Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich dies nun beim Glioblastom, einem der gefährlichsten Gehirntumore, geglückt: Erstens das körpereigene Immunsystem so anzuregen, dass es zweitens die Hirntumorzellen erkennt und sie drittens abtötet - und zwar, viertens, auch in dessen fortgeschrittenem Stadium.

Für ihre neue Studie galt es zunächst, das lokale Schutzschild des Tumors auszuhebeln. «Wir wollten herausfinden, ob wir überhaupt eine Immunantwort gegen einen im Gehirn wachsenden Tumor auslösen können», erklärt Burkhard Becher. Dazu verwendete das Team den Immunbotenstoff Interleukin-12. Wird im Tumor Interleukin-12 produziert, werden Immunzellen so angeregt, dass der Tumor angegriffen und abgestossen wird. Nachdem dieses Verfahren im Frühstadium des Tumors gut funktioniert hatte, warteten die Forschenden in einem nächsten Schritt mit dem Eingriff so lange, bis der Tumor sehr gross war und die Lebenserwartung der unbehandelten Versuchstiere weniger als drei Wochen zählte. «Wir haben erst mit der Therapie begonnen, als es eigentlich schon zu spät war», sagt der Erstautor der Studie Johannes vom Berg. Die Erfolgsquote war gering, vom Berg präzisiert: «Wurde jetzt biotechnologisch hergestelltes Interleukin-12 in den grossen Gehirntumor injiziert, gab es zwar eine Immunantwort, aber nur bei einem Viertel der Tiere führte diese zur Tumorabstossung».

Von 25 auf 80 Prozent: Kombinierte Therapie bringt Erfolg



Erfolgreich waren die Forscher, als sie sich eine neue Entwicklung aus der Hautkrebstherapie zu Nutze machten: Sie kombinierten die intratumorale Interleukin-12-Therapie mit der intravenösen Gabe eines neuen immun-stimulierenden Medikaments, welches die regulatorischen T-Zellen unterdrückt. Nun funktionierte die Abstossung des Tumors bei 80 Prozent der Versuchstiere. «Selten habe ich bei der vorklinischen Gliomtherapie derart überzeugende Daten gesehen», sagt Michael Weller, Neuroonkologe und Direktor der Klinik für Neurologie am UniversitätsSpital Zürich, und folgert: «Deshalb sollte diese Entdeckung baldmöglichst in klinischen Studien geprüft werden».

Das Team hat in der Folge in einem gemeinsamen Versuch die Therapie noch an einem weiteren Tumormodell getestet, das die klinische Situation des Hirntumorpatienten noch besser widerspiegelt. Und wiederum war das Resultat erfolgreich.

Der nächste Schritt: Klinische Studie so bald wie möglich

Die Ergebnisse der aktuellen Forschungsarbeit sind jetzt im «Journal of Experimental Medicine» erschienen. Ihre vielversprechenden Resultate bedeuten noch nicht, dass die Therapie auch bei Hirntumorpatienten so gut funktionieren wird. Dies gilt es in einem nächsten Schritt zu erforschen. Burkhard Becher formuliert es so: «Wir sind zurückhaltend optimistisch, aber es wird Zeit, dass man dieser tödlichen Tumorerkrankung mit ganz neuen Strategien zu Leibe rückt».

Literatur:
Johannes vom Berg, Melissa Vrohlings, Sergio Haller, Aladin Haimovici, Paulina Kulig, Anna Sledzinska, Michael Weller, and Burkhard Becher. Intratumoral IL-12 combined with CTLA-4 blockade elicits T cell mediated glioma rejection. The Journal of Experimental Medicine (JEM). November 25, 2013. doi: 10.1084/jem.20130678


Kontakt:

Prof. Burkhard Becher, PhD
Institut für Experimentelle Immunologie
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 37 03
E-Mail: becher@immunology.uzh.ch

Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PresseKontakt / Agentur:

Prof. Burkhard Becher, PhD
Institut für Experimentelle Immunologie
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 37 03
E-Mail: becher(at)immunology.uzh.ch



drucken  als PDF  Was ist nur los mit mir: 100% Klarheit in 10 Minuten! New immuno-therapy for malignant brain tumors
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 25.11.2013 - 15:51 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 987365
Anzahl Zeichen: 8525

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 316 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mit neuer Immuntherapie gegen bösartigsten Gehirntumor"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Universität Zürich (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Jeder fünfte Suizid steht in Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit ...
id steht in Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit Arbeitslosigkeit kann Menschen in den Suizid treiben. Dass die existentielle Bedeutung von Arbeitslosigkeit für die Gesundheit gross ist und der (drohende) Verlust einer Arbeitsstelle sowie lange Arbeitslosigkeit eine ernste Situation für die Betrof

Mit App Traumata von Kindern erkennen ...
von Kindern erkennen Nach einem traumatischen Ereignis leiden viele Kinder unter Albträumen; sie erwähnen das Ereignis immer wieder, werden plötzlich sehr ängstlich, können sich nicht konzentrieren oder ziehen sich zurück. Wie Erwachsene können auch Kinder und Jugendliche nach stark belast

Massenaussterben brachten Knochenfischen viele neue Arten ...
brachten Knochenfischen viele neue Arten Die zu den Knochenfischen zählenden Strahlenflosser sind heute sowohl im Salz- als auch im Süsswasser mit Abstand die artenreichste Fischgruppe. Ihre spektakuläre Formenvielfalt reicht vom Aal über den Thunfisch, die Flunder und den Anglerfisch, bis hi


Weitere Mitteilungen von Universität Zürich


New immuno-therapy for malignant brain tumors ...
y for malignant brain tumors Animal experiments show that it is relatively easy to treat cancer in the early stages. However, it is far more difficult to successfully treat advanced cancer. Treatment of brain tumors is particularly challenging because regulatory T-cells accumulate in brain tumors

Was ist nur los mit mir: 100% Klarheit in 10 Minuten! ...
München. "Andauernd hatte ich Streit mit meinem Partner. Im nachhinein weiß ich gar nicht mehr warum. Dann diese Schweißausbruche - es war fürchterlich", schildert Ute Fischer (43) das vergangenen Jahr. Heute weiß sie: Es waren die Wechseljahre. "Hätte ich es eher gewusst, so

Ob Rheuma oder Verspannungen - Schmerzen können gelindert werden ...
Ob Rückenschmerzen, Knieschmerzen oder chronische Schmerzen wie Rheuma oder auch Verspannungen - fast jeder kennt das Problem. Es ist auch keine Frage des Alters mehr, sodass auch bereits junge Menschen von diesen Problemen bereits heimgesucht werden. Abhilfe schaffen Wärmepflaster. Wobei hier Vor

Dünger für Start Ups - Guano AG ist Nachwuchs der DocCheck AG ...
„DocCheck ist auch auf solch einem Mist gewachsen. Völlig verrückte Idee, lange vor dem Markt, aber wir haben an das Projekt geglaubt – mit Erfolg! Jetzt wollen wir genau solche Ideen unterstützen: technikaffine, vielleicht auch nerdig angehauchte Start-Ups aus dem Healthcare-Bereich.“ So b


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z