Neue OZ: Kommentar zu EU / Autos / Klima / Umwelt
ID: 989269
Immerhin: Diesmal hat sich Deutschland nicht als Blockierer
präsentiert. Allein das darf beim Dauerthema Pkw-Abgase schon als
Erfolg gewertet werden. Der seit langem anvisierte Grenzwert beim
CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer wird kommen - zwar später als
geplant, zwar mit Übergangsregeln, zwar mit Möglichkeiten der
Hersteller, sich den Durchschnittswert ihrer Fahrzeugflotte
schönzurechnen; aber dennoch. Ein kleiner Schritt ist besser als gar
keiner.
Man mag beklagen, dass nun auch in den kommenden Jahren schwere
Limousinen und SUVs die Werkshallen von Mercedes, BMW, Audi und Co
verlassen werden. Das ließe sich ohnehin nicht verhindern, solange
sich solche Fahrzeugtypen verkaufen. Aber wenigstens müssen diese
Spritfresser künftig durch sparsame Modelle ausgeglichen werden, um
die Obergrenze beim Durchschnittswert einzuhalten - andernfalls
drohen empfindliche Geldstrafen. Die müssten dann allerdings auch
konsequent von der EU eingetrieben werden, ansonsten wäre das gesamte
Regelwerk Makulatur.
Die Kritik der Umweltschützer ist verständlich; viele hätten sich
strengere Auflagen in kürzerer Frist gewünscht. Aber der Kompromiss
gibt auch Anlass zu vorsichtigem Optimismus: Geht er auf, dürfte die
Entwicklung von alternativen Antrieben und sparsamen Fahrzeugen
spürbar vorangetrieben werden. Zeit wird's - mit dem Schachern um
Grammwerte lässt sich die globale Erwärmung jedenfalls nicht
aufhalten.
Maik Nolte
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Datum: 27.11.2013 - 22:00 Uhr
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