Deutsche Online-Händler sind risikobereiter als Briten und Niederländer
- Erste europaweite Studie offenbart große Unterschiede: Deutsche Händler wollen möglichst viel Umsatz und nehmen dafür auch Zahlungsausfälle in Kauf- 51 % der Online-Händler reicht es, wenn nur die allergrößten Betrugs-Risiken ausgeschlossen werden, wenn sie dadurch mehr Umsatz machen können- Mit 37 Millionen Online-Shoppern, die 2012 im Internet 50 Milliarden Euro ausgaben, weist Deutschland
Demnach gehen Internet-Händler in Deutschland relativ gelassen mit dem Thema Betrugsversuche beim Online-Einkauf um. Nur 32 Prozent wollen Zahlungsausfälle von Kunden durch Betrug komplett vermeiden. In Großbritannien (80 %), den Niederlanden (61 %) und Frankreich (55 %) liegt dieser Anteil signifikant höher. Damit sind die Internet-Händler in Deutschland in Hinblick auf ihre Risikobereitschaft europaweit Spitzenreiter. Jung zufolge liegt dies daran, dass die befragten Online-Händler in der Bundesrepublik weniger Zahlungsausfälle verzeichnen müssen. "Die meisten setzen automatisierte Betrugspräventionstools ihres Payment Service Providers ein", so Jung, "und stellen diese so ein, dass nur offensichtliche Betrugsversuche abgewehrt werden".
Definiert der Händler die Betrugsparameter sehr eng, entgeht ihm allerdings auch Umsatz von Kunden, die ihre Waren bezahlen wollen. Als verdächtigte Transaktion nennt Jung folgendes Beispiel: "Wenn ich von einem Internetcafé in Moskau für meine Schwiegermutter etwas einkaufe und das Paket postlagernd ausgeliefert werden soll, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass dahinter eine betrügerische Kaufabsicht steht, als wenn ich vom PC im Büro eine Bestellung an eine Privat- oder Firmenadresse in Deutschland aufgebe."
Die Internet-Händler in Europa gehen sehr unterschiedlich mit Betrugsversuchen um, stellt die Ogone-Studie fest. 51 Prozent der Online-Shops in Deutschland reicht es, wenn offensichtliche Betrugsversuche automatisch abgeblockt werden. Um mehr Umsatz erzielen zu können, nehmen sie eher in Kauf, komplexen Betrugsversuchen zum Opfer zu fallen und Zahlungsausfälle zu erleiden. In Großbritannien und Belgien (jeweils 34 %) und Frankreich (24 %) liegen diese Werte deutlich darunter.
Der Studie zufolge haben 14 Prozent der Webshops keine Betrugspräventionstools im Einsatz, obwohl der Schaden dadurch Europol zufolge im Jahr 2011 insgesamt 900 Millionen Euro betrug. Jung zufolge denken einige Webshops, "sie brauchen keine Schutzmechanismen und andere scheuen die Kosten dafür". Händler zahlen nach Angaben von Ogone für gute Betrugspräventionstools weniger als ein Prozent des Warenwerts.
Für die Ogone-Studie wurden E- und M-Commerce Händler aller Größen-ordnungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien und in den Niederlanden befragt: Die Spanne reicht von Händlern mit einem Volumen von weniger als 100 bis über 10.000 Online-Transaktionen pro Monat. An der Befragung nahmen Online-Shops mit und ohne automatisch integrierter Software zur Betrugsprävention teil. Ziel der Studie war, die Erwartungen der Händler bezüglich Betrugspräventionslösungen für die einzelnen Märkte zu identifizieren. Die komplette Studie ist kostenlos unter www.ogone.de/fraudexpert abrufbar.
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Datum: 28.11.2013 - 12:50 Uhr
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