Welt-AIDS-Tag: Bei HIV-Infektion eine Stammapotheke nutzen
ID: 990418
intensive Beratungsangebot einer Stammapotheke nutzen. "Die
medikamentöse Behandlung von HIV ist anspruchsvoll. Das gilt wegen
vieler möglicher Wechselwirkungen auch für Erkrankungen, die
unabhängig von der Infektion bei HIV-Patienten medikamentös behandelt
werden. Apotheker können ihre Patienten nur dann umfassend beraten,
wenn sie alle individuell eingenommen Medikamente kennen - egal ob
vom Arzt verschrieben oder aus der Selbstmedikation", sagt Friedemann
Schmidt, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände. In Deutschland leben rund 78.000 HIV-Infizierte,
davon werden 50.000 medikamentös behandelt.
Gegen HIV-Infektionen werden immer mehrere Medikamente eingesetzt,
da die Kombination die Vermehrung der Viren an verschiedenen Stellen
hemmt. Eine Heilung ist nicht möglich. HIV-Patienten müssen also für
den Rest ihres Lebens mehrere Tabletten täglich schlucken. Werden die
Medikamente nicht immer zuverlässig eingenommen, können Resistenzen
entstehen. Diese machen die HIV-Medikation dauerhaft unwirksam.
"Studien zeigen: Apotheker können im Alltag entscheidend dazu
beitragen, dass ein Patient die vom Arzt gewählte Therapie versteht
und konsequent befolgt", sagt Schmidt.
Bei den gegen HIV-Infektionen eingesetzten Wirkstoffen sind viele
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich. In der Kombination
mit rezeptpflichtigen Potenzmitteln können einige HIV-Medikamente zu
einem lebensbedrohlichem Blutdruckabfall führen. Auch
Wechselwirkungen mit rezeptfreien Medikamenten können den Erfolg der
antiviralen Therapie gefährden. Rezeptfreie Antidepressiva mit
Johanniskraut dürfen nicht zusammen mit verschiedenen
HIV-Medikamenten eingenommen werden, da sonst deren Wirkung gemindert
ist. Schmidt: "Rezeptfrei heißt nicht harmlos. Wer HIV-positiv ist,
sollte sich vor der Einnahme von rezeptfreien Medikamenten deshalb
vom Apotheker beraten lassen."
Die Krankheit HIV ist nach wie vor tabuisiert. Schmidt: "Patienten
können sich darauf verlassen, dass sie in ihrer Stammapotheke diskret
beraten werden. Diese chronisch kranken Patienten werden vom
Apotheker intensiv begleitet. Das Motto des diesjährigen
Welt-AIDS-Tags 'Positiv zusammen leben' ist für uns Apotheker gelebte
Realität." Für heikle Fragen oder bei der Erstverordnung nutzen viele
Apotheken separate Beratungsräume.
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Dr. Ursula Sellerberg, MSc,
Stellvertretende Pressesprecherin
Tel. 030 40004-134
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Datum: 29.11.2013 - 11:41 Uhr
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