Neue OZ: Kommentar zu Bildung / Pisa
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Das war gut am PISA-Schock 2000: Den Deutschen wurden
Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit gründlich ausgetrieben.
Die Entscheider in Politik und Wirtschaft, die das Thema Schule lange
Zeit als nachrangig abtaten, zeigten plötzlich enormen Einsatz:
Bildung schaffte es blitzartig auf eine Top-Position der Agenda, auch
um Fachkräftemangel zu vermeiden. Erste Ergebnisse erleben wir jetzt
- so muss es weitergehen.
Es werde Zeit, den Begriff "PISA-Schock" durch "PISA-Fortschritt"
zu ersetzen - dieses Lob von OECD-Bildungsdirektorin Ischinger ist
Ansporn und Appell zugleich. Denn die deutsche Schule zeigt zwar
bessere Leistungen. Aber noch immer ist Bildungserfolg abhängig von
der sozialen Herkunft. Dass Schüler aus sozial bessergestellten
Familien in Mathematik im Schnitt einen Leistungsvorsprung von 43
Punkten gegenüber Gleichaltrigen aus armem Elternhaus haben - was
fast eineinhalb Schuljahren entspricht-, ist ein Warnsignal.
Experten setzen große Hoffnungen auf ein qualitativ hochwertiges
Ganztagsangebot. Da müsste allerdings deutlich mehr Geld fließen als
bisher, um jenen wirklich eine Chance zu geben, die nicht
Hausaufgabenhilfe bei Vater oder Mutter bekommen. Sonst kann es mit
der Chancen-Gerechtigkeit in Deutschland nichts werden. Und das
Klischee, dass Mädchen mit Zahlen weniger anfangen können als Jungen,
gehört auch in die Mottenkiste. Mathematik ist Mädchensache, der
nächste Test zeigt es.
Beate Tenfelde
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 03.12.2013 - 22:00 Uhr
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