Thüringische Landeszeitung: Kommentar: Gaucks falscher Trip
ID: 994301
Demokratie. Und Russlands Herrscher Putin findet das gut so.
Westliche Demokratien sind für ihn keine erstrebenswerten politischen
Vorbilder. Das sollte, das muss man heftig kritisieren, wenn man die
Freiheit verteidigen will. Die Gründe liegen auf der Hand:
Wahlfälschungen, Gerichtsurteile auf Kreml-Bestellung,
Zusammenprügeln von Oppositionellen, Drangsalierung von Homosexuellen
und vieles mehr, was Putin, den selbsterklärten Macho mit
Allmachtsfantasien und seine willigen Helfer so umtreibt.
Aber Bundespräsident Joachim Gauck ist auf dem falschen Trip, wenn
er als Protest gegen Putin nun nicht nach Sotschi reisen will. Damit
lässt er die deutschen Sportler in schlechtem Licht dastehen, die
jahrelang für Sotschi trainiert haben, und nun an Spielen mit
offiziell schlechtem Beigeschmack teilnehmen. Die Olympia-Boykotte
von Moskau 1980 und Los Angeles 1984 waren vornehmlich eins: sinnlos.
Wenn Gauck aus Protest nicht nach Russland reisen will, dann muss
er ziemlich viele Länder, in denen Menschenrechte mit Füßen getreten
werden, als mögliche Reiseziele ausschließen. Ob das im Interesse der
deutschen Außenpolitik und der betroffenen Menschen ist, darf
bezweifelt werden. Gauck hätte nach Sotschi reisen und dort kräftig
gegen Menschenrechtsverletzungen vom Leder ziehen sollen, anstatt vom
Schloss Bellevue aus Noten zu verteilen.
Von Bernd Hilder
Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.12.2013 - 19:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 994301
Anzahl Zeichen: 1790
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Weimar
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 151 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Thüringische Landeszeitung: Kommentar: Gaucks falscher Trip"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Thüringische Landeszeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Thüringische Landeszeitung
WAZ: Soziale Bewegung aus Deutschland. Kommentar von Ulrich Reitz ...
Es gibt nun eine neue soziale Bewegung. Sie ist zeitgemäß und daher grenzenlos. Und sie hat in Deutschland angefangen. Sie ging von zwei Schriftstellern aus, Juli Zeh und Ilja Trojanow. Das alles ist sehr bemerkenswert und wer es abtun will als lebensfremdes Zeug, als folgenlosen Schreiberling
Thüringische Landeszeitung: VORAUSMELDUNG: Thüringer Studenten fordern sofortigen Stopp der aktuellen Zukunftsplanungen für die Hochschulen ...
Die Thüringer Studenten fordern vom Bildungsministerium einen sofortigen Stopp der aktuellen Neuordnung der Thüringer Hochschullandschaft. Der mit den Universitätsleitungen ausgehandelte Rahmen für die Hochschulstrategie 2020 soll von einer Expertenkommission überarbeitet werden, verlangte
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Abtreiungsrecht/EU ...
von Hanna Vauchelle, MZ Man kann sich eigentlich nur noch wundern: Während in Kiew das Volk in seinem Freiheitsdrang auf die Barrikaden geht und in Brüssel die Finanzminister um die Bankenunion ringen, streiten in Straßburg die Europaabgeordneten über Sexualkundeunterricht und Abtreibung
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Mandela ...
von Pascal Durain, MZ Nelson Mandela verstarb im Alter von 95 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Doch er ist nicht tot. Sein Erbe lebt weiter. Und das muss es auch. Der Abschied von dem Mann, der 27 Jahre lang im Gefängnis saß, Gewaltverzicht und Gleichheit predigte, ist Trauerfe




