Sondergutachten der Monopolkommission und Tätigkeitsberichte der BNetzA: Investitionen im ländlichen Bereich müssen gestärkt werden schaden
ID: 997702
Abbau von Vorleistungsprodukten würde dem Breitbandausbau

(PresseBox) - Der Präsident der Bundesnetzagentur und der Vorsitzende der Monopolkommission waren sich einig darüber, dass eine Reduzierung der Wettbewerbsintensität zu Lasten der Infrastrukturinvestitionen und behindere den Breitbandausbau gerade im ländlichen Bereich ginge. Insbesondere das Aussetzen der Regulierung von Vorleistungen, um damit Infrastrukturinvestitionen des etablierten Unternehmens anzureizen, sei kontraproduktiv, weil die Breitbandinvestitionen in Deutschland derzeit mehrheitlich von den alternativen Netzbetreibern getätigt werden, so Prof. Dr. Zimmer, Vorsitzender der Monopolkommission. Präsident Homann wies darauf hin, dass die Marktanteilsgewinne der Wettbewerber gegenüber der Telekom "ausschließlich auf die Zuwächse bei den Kabelnetzbetreibern zurückzuführen seien". "In diesem Marktumfeld kann es in Deutschland nicht in erster Linie darum gehen, ob die Telekom dort, wo es schon Wettbewerb und Breitband gibt - also in einzelnen Ballungszentren - aus der Regulierung entlassen werden kann, um ihren Kontrahenten besser Paroli bieten zu können. Es muss vielmehr darum gehen, Investitionen in den Ausbau in den ländlichen Regionen zu lenken", so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.
Gestern hat die Bundesnetzagentur ihre Tätigkeitsberichte 2012/2013 für Telekommunikation und Post vorgestellt. Im Anschluss präsentierte die Monopolkommission ihr Sondergutachten "Telekommunikation 2013: Vielfalt auf den Märkten erhalten". Bei genauer Analyse des Sondergutachtens der Monopolkommission zum Telekomsektor wird deutlich, dass die Monopolkommission eine Überprüfung der Märkte und ihrer regionalen Entwicklung für erforderlich hält. Sie verknüpft damit aber keinesfalls die konkrete Forderung nach Herausnahme einzelner und für den Wettbewerb wichtiger Vorleitungsprodukte aus der Regulierung. Einer Deregulierung der Vorleistungsprodukte TAL und Bitstrom erteilte die Monopolkommission eine klare Absage. Sie führt dazu in Randnummer 32 aus: "In naher Zukunft ist von einem Anstieg der Bitstromnachfrage auszugehen. Auch langfristig kann davon ausgegangen werden, dass der Bitstromzugang an Bedeutung gewinnt. Dies spricht dafür, die Märkte für Bitstromzugangsprodukte weiterhin zu regulieren."
Wie die Monopolkommission sieht aber auch der VATM zukünftig Potential für eine weitere Deregulierung. So könnte z.B. bei Markt 1 - dem letzten in der Regulierung verbliebenen Endkundenmarkt (Zugang zu festen Standorten) - perspektivisch über eine Entlassung aus der Regulierung diskutiert werden. Voraussetzung hierfür wäre aber, neben einer ausreichenden Übergangszeit von sicherlich mindestens drei Jahren, dass geeignete Vorleistungsprodukte diskriminierungsfrei und ohne Preis-Kosten-Schere zur Verfügung stünden.
Zu Recht weist die Kommission darauf hin, dass im Falle einer Deregulierung von Markt 1 Call-by-Call gleichwohl im Rahmen von Markt 2 erhalten bleiben könnte und damit den Verbrauchern weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung stünde.
Einer rein industriepolitisch motivierten Reduzierung der Regulierung - die EU-Kommission plant sowohl Markt 1 aus auch Markt 2 zukünftig pauschal aus der Regulierung zu entlassen - erteilte die Monopolkommission eine klare Absage. "Es gehört zu den erklärten Zielen der Europäische Kommission, die Anzahl der agierenden Unternehmen zu reduzieren, um etwaige Größenvorteile zu realisieren. Die Monopolkommission warnt ausdrücklich vor einer solchen Entwicklung." Es sei festzustellen, dass die "sachliche Analyse der Europäischen Kommission fehlerhaft" sei. Bei einer stärkeren Fokussierung der Telekommunikationspolitik auf die Großunternehmen würden die Investitionen in Telekommunikationsinfrastrukturen eher zurückgehen als zunehmen, bewertet die Monopolkommission die Vorschläge aus Brüssel (RdNr. 159 des Gutachtens).
Der BNetzA-Präsident betonte Fortschritte in der flächendeckenden Versorgung, hob die Bedeutung der Wettbewerbsunternehmen und des richtigen Technologiemixes hervor. Bei den Glasfaseranschlüssen in Deutschland, wie in anderen europäischen Ländern, erhöhe sich zwar die Nachfrage, "aber die Zahlungsbereitschaft steigt nicht in gleichem Maße mit", gab Homann zu bedenken. Eine "Erweiterung des Universaldienstumfangs um den Breitbandanschluss" hielt er, wie auch Zimmer, nicht für zielführend. Dezentrales Vorgehen verbessere hingegen die Planung und Finanzierung und begünstige den "simultanen Ausbau mit Hochgeschwindigkeitsnetzen auch außerhalb der Ballungsräume", so Homann.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 17.12.2013 - 17:09 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 997702
Anzahl Zeichen: 4640
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Köln
Kategorie:
Information & TK
Diese Pressemitteilung wurde bisher 314 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Sondergutachten der Monopolkommission und Tätigkeitsberichte der BNetzA: Investitionen im ländlichen Bereich müssen gestärkt werden schaden"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die jüngsten Äußerungen der Deutschen Telekom in Stellungnahmen oder im Rahmen des Stakeholder-Dialogs zeigen deutlich: Wenn es nach dem Willen des Ex-Monopolisten geht, wird es so schnell keine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser geben. An die Stelle eines wettbewerblich ausgelösten Inves
Monopolkommission warnt vor neuer Marktdominanz– VATM fordert entschlossenes Handeln der Bundesnetzagentur ...
Entschlossene regulatorische und politische Maßnahmen zur Stärkung des Wettbewerbs auf dem TK-Markt fordert der VATM anlässlich des heute vorgestellten Sektorgutachtens Telekommunikation der Monopolkommission. „Die Kommission hat heute explizit davor gewarnt, dass die Deutsche Telekom ihre Mark
VATM begrüßt Eckpunktepapier der Bundesnetzagentur zum Geschäftskundenmarkt: wichtiger Schritt für mehr Wettbewerb im Geschäftskundenmarkt ...
Weitreichende Vorschläge für eine Neujustierung der regulatorischen Rahmenbedingungen auf dem Geschäftskundenmarkt hat die Bonner Regulierungsbehörde in einem jetzt vorgelegten Eckpunkte- und Diskussionspapier gemacht. „Die Bundesnetzagentur kommt zu der Erkenntnis, dass sich die bisherige Reg
Weitere Mitteilungen von Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM)
Badoo knackt 200 Millionen Nutzer-Marke ...
? Täglich gibt es 563 Millionen Klicks auf Profile, die zu 10 Millionen Bekanntschaften führen und in 135 Millionen gesendeten Nachrichten resultieren ? Badoo-Nutzerzahlen zeigen: Die kokettesten Frauen gibt es in Leipzig, Stuttgart und Berlin. "Flirty" Männer hi
Telenor Connexion bietet als Erster in der nordischen Region, eine Gesamtlösung für Unternehmen an, die eine schnelle, einfache Möglichkeit suchen Ihre Produkte zu vernetzen ...
"Smart", vernetzte Produkte bieten eine verbesserte Endanwender-Erfahrung und gleichzeitig ermöglichen sie Unternehmen sowohl wettbewerbsfähiger als auch effizienter zu werden. Telenor Cloud Connect ist eine umfassende Lösung, die Unternehmen einen schnellen Einstieg in den vernetzten
Badoo knackt die 200 Millionen Nutzer-Marke ...
? Täglich gibt es 563 Millionen Klicks auf Profile, die zu 10 Millionen Bekanntschaften führen und in 135 Millionen gesendeten Nachrichten resultieren ? 100.000 neue Nutzer kommen täglich dazu ? Die mobile Nutzung der App ist im vergangenen Jahr um 63% gestiegen und überholt damit
Xirrus stattet Messe München mit neuem Hochleistungs-WLAN aus ...
München, den 17. Dezember 2013 - Xirrus®, Marktführer im Bereich Wireless-Hochleistungsnetzwerke, hat mit der Messe München einen anspruchsvollen Großkunden gewonnen. Bei der nun abgeschlossenen Installation in den 16 Hallen, allen Eingängen, dem ICM Kongresszentrum, dem Messehaus (Besprechung




