Börsen-Zeitung: Er kann kommen, Kommentar zur Lage der deutschen Volkswirtschaft, von Reinhard Kuls.
ID: 997726
sich, überspitzt, die deutsche Volkswirtschaft aktuell dar. Während
die jüngsten harten Daten zu Auftragseingang und Industrieproduktion
in der größten Volkswirtschaft des Euroraums allesamt enttäuschten,
klettern die Umfrageindikatoren wie Sentix, Einkaufsmanagerindex,
ZEW-Erwartungen und heute aller Wahrscheinlichkeit nach auch das
Ifo-Geschäftsklima. Zum Teil auf mehrjährige Hochs.
Schafft sich also Deutschland durch platte Autosuggestion aus der
Flaute der vergangenen Monate heraus, in die es vor dem Hintergrund
der nur langsam sich entspannenden und latent immer noch drohenden
Finanz- und Schuldenkrise in der Eurozone und der Wachstumsschwäche
auf einigen wichtigen Absatzmärkten geraten war? Die Bundesbank etwa
meint, nein. Sie ist der Ansicht, dass die derzeitige konjunkturelle
Lage wesentlich besser sei, als die amtlichen Daten zu Produktion und
Ordereingang vermuten lassen. Und sie führt überzeugende Argumente
an: Es gab im Oktober einen Brückentagseffekt, den die Statistik
nicht ausreichend eliminieren kann, auch wenn er immer wieder mal
vorkommt. Zudem kam es zu vorübergehender Kurzarbeit in Teilen der
Automobilindustrie. In den kommenden Wochen dürfte aber hier schon
wieder fleißiger gewerkelt werden. Die deutschen Hersteller sind
jedenfalls guter Dinge.
Guter Dinge sind auch die Finanzexperten, was die Aussichten für
die gesamte Konjunktur angeht, wie die jüngste Umfrage des Zentrums
für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter Analysten und
Großanlegern zeigt. Und was die Börsenfachleute mit Blick auf die
nächsten sechs Monate voraussagen, projizieren die Auguren bei
Bundesbank, Geschäftsbanken und in den Forschungsinstituten
einvernehmlich auch auf den Rest des kommenden Jahres: Deutschland
wird einen robusten Aufschwung erleben.
Auch hierfür sind die Argumente überzeugend. Die rekordhohe
Beschäftigung und reale Lohngewinne haben den deutschen Privatkonsum
beschleunigt, sodass er immer dann das Wirtschaftswachstum
stabilisieren konnte, wenn grade mal der Exportmotor stotterte oder
die Firmen die Investitionen regelrecht verweigerten. Auch hier steht
Besserung an: Die Investitionsneigung der deutschen Unternehmen
scheint zu erwachen, und die sich belebende globale Nachfrage weitet
den Außenbeitrag zum Wirtschaftswachstum in Deutschland nur deswegen
nicht aus, weil die lebhafte Binnenkonjunktur auch die Importe
anregt. Der Aufschwung kann kommen.
(Börsen-Zeitung, 18.12.2013)
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.12.2013 - 19:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 997726
Anzahl Zeichen: 2944
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 195 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Er kann kommen, Kommentar zur Lage der deutschen Volkswirtschaft, von Reinhard Kuls."
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Ostsee-Zeitung: Zu Forderung der IHK, in Mecklenburg-Vorpommern, die Bäderregelung auszuweiten. ...
Alle Jahre wieder ... gibt es Debatten um die Bäderregelung. Als modernes Tourismusland verkauft sich Mecklenburg-Vorpommern gerne. Es gibt gute Hotels, und der Service wird immer besser. Alles andere als modern sind unsere Seebäder, was das Einkaufen angeht. Jeder kennt es. Im Urlaub sitzt da
Santacruz Silver meldet erste Ressourcenschätzung für Gavilanes: 6,1 Millionen Unzen Silberäquivalent in der angezeigten und 28,3 Millionen Unzen Silberäquivalent i ...
Santacruz Silver meldet erste Ressourcenschätzung für Gavilanes: 6,1 Millionen Unzen Silberäquivalent in der angezeigten und 28,3 Millionen Unzen Silberäquivalent in der abgeleiteten Kategorie Vancouver (British Columbia). Santacruz Silver Mining Ltd. (TSX.V: S
Meister Strömungstechnik hilft Opfern des Taifun Haiyan ...
Haiyan heißt, aus dem Chinesischen übersetzt, so viel wie Sturmschwalbe. Doch malerisch ist nur der Name. Die Schäden, die der viertstärkste je gemessene Wirbelsturm Anfang November auf den Philippinen und anderswo angerichtet hat, sind unvorstellbar. Fast 6.000 Menschen starben auf den Philipp
Novelis investiert 150 Millionen Euro in neue globale Aluminium-Kapazitäten für die Automobilindustrie ...
ATLANTA, OSWEGO, N.Y. und NACHTERSTEDT, DEUTSCHLAND, 17. Dezember 2013 - Novelis, weltweit führend in der Herstellung von Aluminium-Walzprodukten und im Aluminium-Recycling, kündigte heute zusätzliche Investitionen in Höhe von rund 150 Millionen Euro an, um das Geschäft im Automobilbereich we




