Neue OZ: Kommentar zu Russland / Menschenrechte
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Die Freilassung Michail Chodorkowskis hat hohe Symbolkraft. Denn
der frühere Öl-Milliardär war einst nicht nur Russlands reichster
Mann, sondern auch Wladimir Putins größter Gegenspieler - ein zäher
Kämpfer für die Demokratie und ein westlich orientiertes Russland.
Selbst der jahrelange harte Alltag im Straflager hat ihn weder
eingeschüchtert noch zu einem Schuldeingeständnis bewegen können.
Dass Chodorkowski wieder in Freiheit ist, hat er seiner
internationalen Bekanntheit ebenso zu verdanken wie einflussreichen
Fürsprechern, etwa dem früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher.
Die Begnadigung des Öl-Magnaten zeigt, dass Druck auf die russische
Regierung durchaus etwas bewirken kann. Die Freilassung dürfte aber
vor allem mit den Olympischen Winterspielen zusammenhängen, die am 7.
Februar in Sotschi beginnen. Putin will auf keinen Fall, dass dieses
weltweit beachtete Sportereignis durch lautstarke Proteste von
Menschenrechtlern überschattet wird.
Nach Chodorkowskis Ausreise nach Deutschland stellt sich die
Frage, ob er sich jemals wieder politisch in Russland betätigen wird.
Zu wünschen wäre es. Zu Recht richten sich auf ihn große Hoffnungen
wegen des dringend benötigten Aufbaus der Zivilgesellschaft in seinem
Land. Und dafür braucht es viele unerschrockene Mitstreiter wie
Chodorkowski.
Christof Haverkamp
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Datum: 20.12.2013 - 22:00 Uhr
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