Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Bahn
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Endlich hat der Elektrokonzern Siemens grünes Licht für weitere
ICE-Züge des Typs Velaro D bekommen. Leider werden Bahnfahrer im
diesjährigen Weihnachtsverkehr davon reichlich wenig haben, denn
dafür kommt die Erlaubnis zu spät. Dennoch ist die Genehmigung des
Eisenbahn-Bundesamtes eine erfreuliche Nachricht - vor allem für
Siemens selbst.
Die Geschichte des neuen ICE-Typs war längst zur Posse geworden.
Eigentlich sollten alle 16 der von der Deutschen Bahn bestellten Züge
seit Dezember 2011 im Einsatz sein. Dann verzögerte sich deren
Auslieferung immer wieder. Mal waren es die Bremsen, dann die
Klimaanlagen, zuletzt machte die Software Probleme. Von einem
weltweit führenden Elektrokonzern darf man mehr erwarten.
Folgerichtig spielte das ICE-Debakel eine Rolle, als Peter Löscher
im Sommer den Siemens-Chefposten abgab. Sein Nachfolger Joe Kaeser
darf sich freuen, scheint doch die unendliche Velaro-D-Geschichte nun
zu Ende zu gehen. Es fehlt noch die Genehmigung der acht neuen Züge,
die auch im Ausland fahren sollen.
Das aber kann man Siemens kaum vorwerfen. Es ist peinlich, wie
viele EU-Staaten bei Schienensystemen noch ihr nationales Süppchen
kochen, statt ernsthaft zusammenzuarbeiten. Das mag in der heimischen
Industrie einige Arbeitsplätze sichern. Der Bahnfahrer aber hat das
Nachsehen.
Georg Kern
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Datum: 23.12.2013 - 22:00 Uhr
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