Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident / Weihnachtsansprache
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Die Weihnachtsbotschaft bietet jedem Bundespräsidenten eine gute
Kommunikationschance.
Nach dem Desaster um seinen gescheiterten Amtsvorgänger Christian
Wulff waren die Erwartungen an Joachim Gauck schon im vergangenen
Jahr hoch, als er zur Nächstenliebe und Solidarität aufrief. Es war
eine ordentliche Rede, Typ staatstragend. Als ehemaliger Pastor weiß
der rhetorisch versierte Präsident, wie Botschaften formuliert werden
müssen, die ankommen. Der protokollarisch erste Mann im Staate
wandelt dabei stets auf einem schmalen inhaltlichen Grat. Wie weit
darf, kann und soll er sich einmischen?
In diesem Jahr stellt Gauck mehr Offenheit und Toleranz gegenüber
Flüchtlingen und Asylbewerbern in den Mittelpunkt seiner Botschaft.
Angesichts der dramatischen Situation in vielen Brennpunkten dieser
Welt ein sehr berechtigtes Anliegen. "Tun wir wirklich schon alles,
was wir tun können?" Mit dieser Art von Rhetorik legt sich Gauck aber
wieder einmal nicht fest. Das ist zu wenig. Er soll nicht nur Fragen
stellen, er soll Antworten geben.
Andere wie der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius sind
da schon weiter. Der hatte als Vorsitzender der
Innenministerkonferenz gefordert, deutlich mehr als die zunächst 5000
deutschlandweit bewilligten syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge
aufzunehmen. Das sind klare Botschaften. Damit kann jeder etwas
anfangen. Und es ist mehr als nur Unverfängliches aus Schloss
Bellevue.
Berthold Hamelmann
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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
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Datum: 24.12.2013 - 01:00 Uhr
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