Wenn der Wurm drin ist - Irrtum und Nachlässigkeit sind Schwachstellen der IT-Sicherheit
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IT-Sicherheit ist mittlerweile ein internationales Thema. Da gibt es keine grossen Unterschiede zwischen Böblingen oder Bombay, Mannheim oder Montreal. Die meisten Informationen und Lösungsvorschläge kommen aus den Vereinigten Staaten, wobei die amerikanischen Hacker auch die Hauptverursacher der Probleme sind. Beim Auftreten eines neuen Virus wird dann immer gebetsmühlenartig der Ruf nach schärferen Sicherheitsmassnahmen lauter; zumeist gerichtet an die Adresse von Bill Gates von Microsoft. Beim Softwaregiganten wird diese Problematik nicht auf die leichte Schulter genommen. "Bei Microsoft arbeiten wir aber jeden Tag hart daran, hier Abhilfe zu schaffen und das weltweit in Verbindung mit Industriepartnern, Behörden, Regierungsstellen, Universitäten und mit dem privaten Sektor. Dadurch wollen wir den Einfluss bösartiger Hacker so gering wie möglich halten", sagt Wolfgang Branoner, Direktor Public Sector von Microsoft http://www.microsoft.de. Nach seiner Einschätzung werde es wohl niemals möglich sein, das Sicherheitsproblem vollständig zu lösen. Vor allen Dingen dürfe der Faktor Mensch nicht unterschätzt werden. Irrtum und Nachlässigkeit der Mitarbeiter sei ein wesentlicher Faktor für die Schwachstellen der IT-Sicherheit. "Seit dem Millennium sehen wir eine Entwicklung der Nachlässigkeit und einen Rückgang der Sensibilität in Sicherheitsfragen", so Branoner. Über die betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Schäden von Computerviren, Würmern und Trojaner herrsche in der Öffentlichkeit noch grosse Unklarheit. Wichtig wäre die Kommunikation über reale Schäden, die bei Unternehmen und Privathaushalten auftreten. "Über einen Security Day wie in Skandinavien oder über eine breitangelegte Kampagne sollten alle wichtigen Institutionen Aufklärung leisten. Das ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe", betont Branoner.
Ein grosses Problem sind nach dem Bericht des Staatsanzeigers Angriffe von aussen. "Die modernen Bankräuber rücken nicht mehr mit dem Schneidbrenner an. Viel leichter geht es über die Datensysteme der Kreditinstitute", sagt Wolfgang Redtenbacher. Und er setzt noch einen drauf: "Ein Hacker, der was taugt, kann 95 Prozent der deutschen Unternehmen infiltrieren, trotz Firewall und anderer Schutzmassnahmen. Entgegen der landläufigen Mär sind 18-jährige Jugendliche nicht die besten Hacker. Es ist ein Glück, dass bisher kaum ältere und erfahrenere Hacker aktiv geworden sind.” Bei den Automobilzulieferern und beim Mobilfunk, die Opfer von Wirtschaftsspionage wurden, habe man diese Probleme erkannt und Gegenmassnahmen ergriffen. Eine Studie des Non-Profit-Verbandes Comp TIA http://www.comptia.org (Computing Technology Industry Association) hat ergeben, dass für viele Unternehmen und Behörden das eigene IT-Personal das grösste Sicherheitsrisiko darstellt. Rund zwei Drittel aller IT-Angriffe so das Ergebnis dieser Untersuchung, lassen sich auf mangelnde Kenntnisse und Fehleinschätzungen des Personals -zurückführen.
Massimiliano Mandato, Sicherheitsexperte beim Stuttgarter IT-Dienstleister NextiraOne http://www.nextiraone.de , kennt dieses Problem sehr gut. Viele Firmen betreiben deshalb "Outsourcing”: Sie lagern IT-Sicherheitsdienstleistungen aus und delegieren sie an Dienstleister wie NextiraOne, die dann einen fortlaufenden Schutz organisieren. Dazu gehören ganz einfache, aber äusserst wichtige Dinge, wie die Verlängerung der Laufzeit eines Virenschutzprogramms. Der Unternehmer kann sich seinem ohnehin anstrengenden Tagesgeschäft widmen, während externe Dienstleister den das Sicherheitsmanagement Mandato ist davon überzeugt, dass sich Managed Security Services lohnen: "Häufig sieht es so aus, als ob Firewall und Lizenzkosten für Software die hauptsächlichen Kostenblöcke für die Sicherheit sind. Ab und zu wirft dann jemand einen Blick auf die Firewall, alles läuft prima. Dass der betriebene Aufwand nicht reicht, stellt sich immer dann heraus, wenn es zu spät ist.”
Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen können für Unternehmen richtig teuer werden. Deutsche Firmen investieren rund zwölf Prozent ihrer IT-Budgets in Sicherheit, doch jeder dritte Betrieb verzichtet auf die Kontrolle, ob die Investitionen auch wirklich wirksam sind. Dies hat die Studie "IT-Budget" der Fachzeitschrift "Informationweek” http://www.informationweek.de ergeben. Unternehmen sind jedoch gesetzlich zum IT-Risikomanagement verpflichtet. Sollte ein Mitarbeiter beispielsweise virenverseuchte E-Mails an die Kunden verschicken, kann das Unternehmen für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden. "Die Pflichten zur Datensicherheit werden also nicht nur auf das eigene Unternehmen beschränkt”, sagt Michael Sander vom Beratungshaus TCP Terra Consulting http://www.terraconsult.de in Lindau am Bodensee.
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Datum: 01.09.2004 - 13:33 Uhr
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