Reaktionen auf OECD-Bildungsstudie
ID: 13854
Bonn/Berlin - Und wieder ist der einstige deutsche Musterschüler nicht versetzt worden. Der neue Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erkennt im deutschen Bildungssystem erneut schwere Mängel. Bildung auf einen Blick 2004 heisst der jüngste internationale Vergleich. Monierte die so genannte Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 die Defizite deutscher Schüler beim Lese- und Textverständnis, so kritisiert der jetzige Bericht die mangelhaften Investitionen in den Vorschulbereich und in Grundschulen, die geringe Anzahl an Unterrichtsstunden und die im internationalen Vergleich spärlicheren Absolventenzahlen der Hochschulen. Der OECD-Koordinator Andreas Schleicher hält die flächendeckende Einführung der Ganztagsschule für die wichtigste Bildungsreform in Deutschland. Die Politiker reagieren unterschiedlich auf die neuen Erkenntnisse. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, zuletzt mit ihren Plänen für Junior-Professoren am Einspruch der Richter gescheitert, sieht - sechs Jahre nach dem Regierungswechsel - die Schuld allein bei der Regierung von Helmut Kohl. Die rot-grüne Bundesregierung habe mit der Bafög-Reform und dem Vorhaben Ganztagsschule bereits entscheidende Akzente gesetzt.
Zudem werden bei Sozialdemokraten und Grünen die alten Rufe nach einer Einheitsschule wieder laut. Es hört sich wie die Quadratur des Kreises an: Die grüne Fraktionschefin Krista Sager plädiert für ein Schulsystem, in dem die Kinder bis zu zehn Jahre zusammen bleiben und dennoch stärker als bisher individuell gefördert werden sollen. In Anlehnung an Franz Josef Strauss, so ein Bildungsexperte, könne man diesem Vorhaben so viel Erfolg vorhersagen, als wolle man Schneebälle rösten. Annette Schavan, die Bildungssprecherin der Unionsländer und Kultusministerin in Baden-Württemberg, hält nicht viel von Schleichers Kritik. Der OECD-Fachmann ignoriere bewusst die Reformen, die seit Pisa bereits Platz gegriffen hätten. So sei das Einschulungsalter herabgesetzt, die frühkindliche Bildung intensiviert und die Naturwissenschaften seien ebenfalls gestärkt worden.
Einige Vertreter der Wirtschaft sehen einen engen Zusammenhang zwischen dem deutschen Subventionsstaat und den Mängeln in der Bildungspolitik. Mario Ohoven, der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft http://www.bvmwonline.de, appelliert an die Bundesregierung, endlich in die Bildung zu investieren: "Es hat keinen Sinn, Innovations- und Bildungskampagnen auszurufen, wenn nicht genügend Mittel zu deren Umsetzung zur Verfügung gestellt werden. Die Politik ist jetzt aufgerufen, durch Subventionsabbau, etwa im Steinkohlebergbau, zusätzliche Gelder für Zukunftsinvestitionen in den Schul- und Hochschulbereich freizumachen." Die Schüler sollten wieder mehr für das Leben lernen, und hierzu gehöre insbesondere eine wirtschaftsnahe Ausbildung. Ohoven macht sich für ein die Einführung von Wirtschaftskunde als Unterrichtsfach an den allgemeinbildenden Schulen, ein Abitur nach zwölf Jahren und Studiengebühren an den Hochschulen stark. Der Mittelstand stelle acht von zehn Lehrstellen und sei daher besonders an gut ausgebildeten jungen Menschen interessiert.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 15.09.2004 - 15:06 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 13854
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Ansgar Lange
Kategorie:
Bildung & Beruf
Meldungsart: Unternehmensinformationen
Versandart: bitte
Freigabedatum: 15.9.2004
Diese Pressemitteilung wurde bisher 962 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Reaktionen auf OECD-Bildungsstudie"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
medienbuero.sohn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Und wer geht in ein Tantra-Studio? Gibt es gravierende Unterschiede zwischen Frauen und Männern? Bei den Paarmassagekursen, die Manumagic zum Beispiel auch in Köln in Kooperation mit Ananda http://www.tantramassage.de anbietet, ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern ausgeglichen. Anders si
Falsche Förderung des Fachpersonals – Unternehmen tun zu wenig für die Weiterbildung der Mitarbeiter ...
Allein 2007 gab es monatlich im Schnitt 25.000 offene Ingenieurstellen, von denen viele unbesetzt blieben. Da aber Tausende Ingenieure in Deutschland arbeitslos gemeldet sind, muss die Frage erlaubt sein, ob diese Leute den Anforderungen der Industrie nicht gewachsen sind. So einfach sei dies nicht,
SITEL und Onecircle gewinnen dritten Platz beim Win-Win-Cup 2004 ...
Stuttgart/Krefeld/Dessau, 15. Oktober 2004 - Auf grosses Interesse beim diesjährigen Win-Win-Cup vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) stiess die Präsentation des Contact und Call Center Dienstleisters SITEL http://www.sitel.de und der Düsseldorfer Werbeagentur Onecircle http://www.onecircle.de.
Weitere Mitteilungen von medienbuero.sohn
Klimaschützende Strategien in der Abfallwirtschaft ...
Wetzlar - Die gesetzlichen Initiativen zur Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen von Kohlendioxid werden nach Ansicht von Wissenschaftlern und Politikern zu einer nachhaltigen Änderung der Abfallwirtschaft führen. Der sechste Wetzlarer Abfalltag beschäftigte sich mit den Auswirkungen des T
Weltneuheit Fettabsaugung mit dem Bodyjet®-System. ...
Weltneuheit Fettabsaugung mit dem Bodyjet®-System. Von Spezialisten empfohlen und exklusiv in Köln in der Klinik am Ring. Dr. med. Michael A. König ist ein erfahrener Facharzt für Ästhetisch-Plastische Chirurgie. Er führt die Wasserstrahl assistierte Liposuktion, kurz WAL genannt im Zentru
Discreet auf der IBC 2004: Demopräsentationen führender Post-Productions-Firmen (Halle 7, Stand 421) ...
Discreet präsentiert auf der diesjährigen IBC (10. bis 14. September) in Amsterdam spektakuläre Kundendemos von Toybox, Red Rover, The Matchbox, Def 2 Shoot, Pirates n’ Paradise, The Happy Day, Éclair und Moving Picture Company. Dabei können sich IBC-Besucher am Messestand von Discreet, Halle
Ökoradar wird Exportschlager ...
Umweltschutz per Internet für kleine und mittlere Unternehmen nun auch für Brasilien geplant / Hochrangige brasilianische Delegation besucht Universität Witten/Herdecke Witten. Wie gewinnt man kleine und mittlere Unternehmen (KMU) für den Umweltschutz? Wie behält man im dichten Gewirr der Ve




