CDU kommt nicht im Schlafwagen an die Macht
ID: 13885
Journalistische Beobachter hatten der CDU-Chefin Merkel schon kurz vor den Wahlen einen herben Rückschlag vorhergesagt. Thomas Schmid beklagte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung den Verlust der Deutungshoheit bei der Union. Sie sei nicht mehr in der Lage zu polarisieren und mit einem geschlossenen Programm an die Öffentlichkeit zu treten, das sie von anderen politischen Wettbewerbern unterscheide: "Wohl pflegt die Parteivorsitzende einen scharfen Stil und manchmal auch eine aggressive Rhetorik. Doch auch mit Lautstärke ist die eigentliche Defensive der Union, die kulturelle, nicht zu überspielen. (...) Merkels Reformforschheit war vielleicht vor allem ein Versuch gewesen, die Union kulturell wieder in die Vorhand zu bringen. Sie sollte als eine Partei erscheinen, der etwas faszinierend Neues und richtig Modernes eingefallen ist: etwas, mit dem man sich in Discos, auf dem Campus und in Intellektuellenzirkeln sehen lassen kann. Doch es hat nicht funktioniert. Denn dem Unternehmen fehlte - aller Merkelschen Traditionsbeschwörung zum Trotz - ein solides Wertefundament. Es hatte etwas Voluntaristisches, etwas Wertfreies. Das merken die Leute. Und dann suchen sie doch lieber Zuflucht bei den begabten Staatsschauspielern Schröder und Fischer."
Angesichts der lahmenden Union stellt sich die Frage, ob die Aufbruchstimmung, die im Unionslager beispielsweise durch die Wahl Horst Köhlers zum Bundespräsidenten genährt worden war, nur ein "Sturm im Wasserglas" war, wie die Zeitschrift Criticón http://www.criticon.de in ihrer aktuellen Ausgabe fragt. Der bekannte Zeithistoriker Arnulf Baring setzte in dem in Bonn erscheinenden Mittelstandsmagazin noch darauf, dass der Wirtschaftsexperte Köhler gemeinsam mit einer zur deutschen Maggie Thatcher mutierten Merkel das Land grundlegend reformieren könne. Die jüngsten Aufschreie, als Köhler sich zur Realität ungleicher Lebensverhältnisse in Deutschland bekannte, sowie der mittlerweile erlahmende Elan der Oppositionschefin legen die Frage nahe, ob die Hoffnungen von Baring und Co. nicht verfrüht waren. Schon mehren sich die Stimmen in der Union, unter denen Heiner Geissler und Horst Seehofer nur die lautesten sind, die einen Rückschritt zur alten sozialpaternalistischen und fürsorglichen CDU à la Norbert Blüm fordern.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 22.09.2004 - 15:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 13885
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Ansgar Lange
Kategorie:
Vermischtes
Meldungsart: Unternehmensinformationen
Versandart: bitte
Freigabedatum: 22.09.04
Diese Pressemitteilung wurde bisher 851 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"CDU kommt nicht im Schlafwagen an die Macht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
medienbüro.sohn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009, www.ne-na.de - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mi
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen ...
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009, www.ne-na.de – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) www.bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen un
Kritik von Abfallexperten: Novellierte Verpackungsverordnung zementiert Grünen Punkt ...
Müllkonzern, fördert Preisdumping und unseriöse Recyclingmethoden Berlin/Bonn, 25. Februar 2009, www.ne-na.de - Einige Medien berichteten am Anfang des Jahres von der wundersamen Wiederauferstehung des Grünen Punktes http://www.gruener-punkt.de. So soll der frühere Müllmonopolist Duales Sys
Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn
Capgemini-Umfrage: Wirtschaftsstandort Deutschland profitiert von Wiedervereinigung ...
Berlin - Die Wiedervereinigung wird sich langfristig positiv auf den Wirtschaftsstandort Deutschland auswirken. Zu dieser Einschätzung neigen 55 Prozent der Unternehmer in Deutschland nach einer Umfrage des Beratungshauses Capgemini http://www.de.capgemini.com. Langfristig negativ bewerten die Wied
Deutschland ist im Würgegriff des Verordnungsstaates ...
Bonn/Berlin - Auch wenn Deutschland laut neuester OECD-Studie beim Thema Bildung weit abgeschlagen scheint, sind wir doch auf einem Gebiet führend: Die Bürokratie hat den deutschen Standort immer stärker im Würgegriff. Nach der aktuellen Studie "Doing Business 2005", die von der Welt
Politik und Wirtschaft sind aufeinander angewiesen ...
Bonn/Berlin - In den Medien kommt der deutsche Mittelstand kaum vor. Die Aufmerksamkeit gilt den grossen börsennotierten Konzernen und ihren Geschäftsführern. Die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung Das Parlament http://www.das-parlament.de trägt nun dem Umstand Rechnung, dass über 99 Prozent al
FDP und Grüne vertreten das neue deutsche Bürgertum ...
Bonn/Berlin - Wahlen sind Veranstaltungen, wo alle anderen gewinnen, und nur die SPD verliert. So könnte man die Erfahrungen der letzten Monate zusammenfassen. Politologen machen allerdings eine Krise beider Volksparteien aus. Der Göttinger Parteienforscher Franz Walter, der insbesondere als Kenne




