Sebastian Ratjen (FDP) war definitiv kein “Thor Steinar“ Kunde
Die von kriminellen Hackern ins Netz gestellte Adressliste der Bekleidungsmarke „Thor Steinar“
Ist keine Kundenliste, wie überall behauptet. Die Mediatex GmbH bezweifelt die Authentizität der gehackten Daten, denn jeder kann jeden im Internetshop von „Thor Steinar“ anmelden.
Eine Überprüfung der Adresse der Zahnarztpraxis des FDP Landtagsabgeordneten Sebastian Ratjen ergab – er hat keinen einzigen „Thor Steinar“ Artikel bestellt. Ein umfangreicher Abgleich der, im Netz kursierenden Liste mit der Bestelldatei der Mediatex GmbH, ergab: ein Großteil der Personen sind tatsächlich gar keine Kunden von „Thor Steinar“. „Auf unserer Seite kann jeder jeden eintragen“, so ein Sprecher des Unternehmens. Die Interessenslagen sind zahlreich und Politiker, wie Sebastian Ratjen, haben nun mal Konkurrenten. Hier, wie in so vielen Fällen ist die erste Frage: cui bono?, wem nützt es. Felix von Leitner, laut „taz“ Pressesprecher des „Computer Chaos Club“ (CCC), auf dessen Seiten zuerst Teile der gehackten Daten veröffentlicht wurden, hat zwei Theorien auf einem Blog veröffentlicht: „Eine [.] Theorie wäre, daß sie mit den Daten ihren V-Männern mehr Street Cred geben wollen. Wer weiß. Wundern würde mich an dieser Stelle nicht viel.“
Zufällig liegt die Mediatex GmbH wegen ihrer Nennung im Verfassungsschutzbericht und einer Broschüre gerade im Rechtsstreit mit dem Verfassungsschutz Brandenburg und Bayern.
Für die Mediatex RAINER SCHMIDT
(firmenpresse) - Zuvor war von der Firma schon in gleicher Sache eine Presseerklärung veröffentlicht worden:
Presseerklärung:
Krimineller Hacker-Angriff auf externe Datenbank von Thor Steinar Staatsanwaltschaft eingeschaltet - Aktuelle Daten von Geschäftskunden sind nicht betroffen Die Firma Mediatex GmbH hat heute Strafanzeige gegen bislang unbekannte Daten-Hacker gestellt, die eine externe Servicedatenbank angegriffen und dabei Daten gestohlen haben. Diese von einem externen Serviceprovider betriebene Datenbank diente bis zum September 2008 als Bestellserver. Die Daten waren am Mittwoch den 30.12.2009 teilweise auf der Seite des „Computer Chaos Club“ veröffentlicht worden. Von dort wurde auch auf den gesamten Datenbestand verlinkt. Ausgerechnet diese Vereinigung hat als Grundsatz „Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen“. Unmittelbar eingeleitete Stichproben-Untersuchungen legen die Vermutung nahe, daß die Hacker die gestohlenen Adressen vor allem für politische Zwecke mißbrauchen. Die Mediatex GmbH veranlaßte seinen externen Serviceprovider schon im Frühjahr 2009 zur Stilllegung der betroffenen Internet-Seite. Die Mediatex GmbH hatte bereits damals damit begonnen, Hinweise zur eigenen Datensicherheit zu geben und das Bestellsystem geändert. Seitens der Mediatex wurde vorsorglich die Aufsichtsbehörde für den Datenschutz von dem Hacker-Angriff und den eingeleiteten Sicherheitsmaßnahmen in Kenntnis gesetzt. Das Unternehmen wird die Ermittlungsbehörden in vollem Umfang bei der Aufklärung der Straftat unterstützen. Nicht betroffen von dieser Hacker-Attacke sind sämtliche Internetangebote, die von der Mediatex seit dem Frühjahr 2009 selbst betrieben werden. Dazu zählt vor allem der eigene Internetauftritt www.ThorSteinar.de. Ebenfalls nicht von der Attacke betroffen sind sämtliche Daten von Mitarbeitern. Wir bedauern diesen auf ein isoliertes System begrenzten Vorfall außerordentlich und haben umfangreiche Informationsmaßnahmen ergriffen. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen kriminellen Angriff, der nur äußerst schwer zu erkennen ist und kaum Spuren hinterläßt. Kunden, die aktuell bei uns einkaufen möchten, können dies beruhigt auch weiterhin online tun. Die aktuelle Verkaufsseite-Seite basiert auf einer anderen Systemplattform, deren Sicherheit wir aus aktuellem Anlaß nochmals überprüft haben.
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