Schnittblumen, Düngemittel und die Werte der Freiheit - Besichtigung einer Brachlandschaft

Schnittblumen, Düngemittel und die Werte der Freiheit - Besichtigung einer Brachlandschaft

ID: 16128
(firmenpresse) - Bonn/Rostock - Zur Freiheit fällt der CDU nicht allzu viel ein. Ängstlich schielt der Blick auf den Wähler: Wie viel Freiheit ist den notorisch gleichheitsverliebten Deutschen zuzumuten? Lieber setzen die Unions-Strategen auf den Begriff der Sicherheit, der suggerieren soll, dass alles nicht so schlimm wird. Es überrascht daher nicht, dass zwei konservativ-liberale Aussenseiter im politischen Betrieb mit einem überzeugenden Programm der Freiheit und der Eigenverantwortung an die Öffentlichkeit getreten sind. Die Rede ist von Udo Di Fabio und Paul Kirchhof. Der Verfassungsrichter Di Fabio hat mit "Die Kultur der Freiheit" eine Art Wahlmanifest für das bürgerliche Lager in Deutschland geschrieben. Er machte deutlich, dass Freiheit nicht gleichzusetzen ist mit Hedonismus und Selbstverwirklichung um jeden Preis, so wie es der freiheitsverachtende Teil der Linken nach 1968 oft artikulierte. Nach den "goldenen Jahren" unter Konrad Adenauer und vor allem Ludwig Erhard wurden die Akzente verschoben. Freiheit bestand nicht mehr darin, aus dem eigenen Leben das Beste zu machen und dabei auch immer an das Wohl der eigenen Familie zu denken. Freiheit galt vielen Linken als Garant dafür, auf Kosten der Allgemeinheit und des Wohlfahrtsstaates möglichst gut zu leben, ohne an die nächste Generation zu denken.

Dem brillanten Juristen Paul Kirchhof ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, mit seinem bestechend einfachen und transparenten Modell einer Flat Tax alles Gerede der Union über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in den Hintergrund zu drängen. Kirchhofs Einheitssteuersatz von 25 Prozent - der natürlich auch Modifikationen kennt - zeigt, dass der Heidelberger Professor im Gegensatz zu etlichen Unionspolitikern ein Bild von der Gesellschaft hat. Ihm geht es nicht um das Drehen an der ein oder anderen Steuerschraube, sondern um den grossen Wurf, einen Gesellschaftsentwurf, der die Freiheit des Einzelnen wieder in den Mittelpunkt rückt. Sein Modell soll den Deutschen wieder Mut und Zuversicht vermitteln. Leistungsträger und Unternehmer, die sich im heute bestehenden Steuerdschungel nicht mehr zurecht finden, werden wahrscheinlich ein Hosianna anstimmen, wenn sie von Kirchhofs Plänen hören - und im Moment nicht daran denken, dass ihnen auch die ein oder andere steuerliche Vergünstigung oder Abschreibungsmöglichkeit abhanden kommen wird, sollte Kirchhof nicht bloss "den Stollmann machen".



Wie kleinlich wirkt hingegen das Klein-Klein einiger Politiker. Der Bonner CDU-Bundestagskandidat Stephan Eisel http://www.stephan-eisel.de macht sich auf seiner Homepage zum Beispiel Gedanken über den Mehrwertsteuersatz auf Gewürze, Düngemittel, künstliche Gelenke, Schnittblumen und Tierfutter. Und nach dieser Aufzählungs-Leistung erfolgt der finanzpolitische Rat: "Wir müssen den Ausnahmekatalog für den reduzierten Mehrwertsteuersatz neu definieren und kinderfreundlicher gestalten. Es ist doch nicht sinnvoll, dass z. B. auf Windeln der volle Satz von 16 Prozent Mwst erhoben wird und zugleich der Verkauf der Zeitschrift Playboy mit dem ermässigten Satz von sieben Prozent subventioniert wird. Oder warum sind Hundefutter und Pferdezucht steuerlich begünstigt, Kinderspielzeug aber nicht? Produkte, die für Kinder wichtig sind, sollten generell unter den reduzierten Mehrwertsteuersatz fallen." Vielleicht ist auch der Playboy für heranwachsende Kinder wichtig, könnte man schmunzelnd einwenden. Doch Spass beiseite: Dies ist natürlich Populismus in Reinkultur und macht schmerzlich bewusst, dass in Bonn nicht mehr der ordnungspolitisch gefestigte Gründungskanzler für den Bundestag kandidiert. Vielleicht ist der Vorwurf, hier zeige sich doch ein zu kleines Karo, aber ungerecht. Schon die Sozialisation von Kirchhof und Di Fabio ist eine andere als die mancher Berufspolitiker: Beide haben eine äusserst erfolgreiche berufliche Karriere hinter sich. Di Fabio hat sich seine juristische Laufbahn sogar über den zweiten Bildungsweg erkämpft. Eisel studierte nach seinem Wehrdienst als Gebirgsjäger Politische Wissenschaft in Bonn - unterbrochen durch zwei Jahre im Bundesvorstand des Rings Christlich Demokratischer Studenten - und wechselte anschliessend zwischen Tätigkeiten bei der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) http://www.kas.de und der Politik.

"Es ist ungerecht, von einem Menschen einen Blick für die gesamte Lebenswirklichkeit oder einen Gesellschaftsentwurf zu verlangen, der wahrscheinlich nur als Gebirgsjäger in Mittenwald den normalen beruflichen Alltag kennen gelernt hat. Freiheit drückt sich vor allem in eigenverantwortlichem Handeln aus. Eisel war vor seiner erfolglosen Bundestagskandidatur 2002 bei der CDU-nahen Adenauer-Stiftung beschäftigt. Und nachdem er den traditionell schwarzen Wahlkreis in Bonn nicht erobert hatte, gab es für ihn sofort ein Zurück in die soziale Wärmestube einer politischen Stiftung", so ein Insider. Doch von diesem Einzelfall abgesehen: Die Sozialisation der politischen Klasse hat dazu geführt, dass ihr Denken oft nicht über die Kategorien Kungelrunde, Freund-Feind, Befriedigung der Einzelwünsche von Interessengruppen und machtpolitische Taktierereien hinausgeht. Der Rostocker Politikwissenschaftler Hans Jörg Hennecke hat es in einem Essay für die Welt http://www.welt.de auf den Punkt gebracht. Der deutsche Wahlkampf kommt bislang über Nebensächlichkeiten und Scheingefechte kaum hinaus. Sehe man von Paul Kirchhof ab, so herrsche allerorten ein "mechanisches, ingenieurhaftes Denken vor, das sich die Gesellschaft als grosses Pumpwerk vorstellt, in dem nach den strengen Gesetzen der Hydraulik über Steuersätze, Lohnnebenkosten, Familienförderung und demographischen Wandel entschieden wird". Die Werte der Freiheit seien daher auch bei Konservativen und Liberalen in Vergessenheit geraten. Wer über den Steuersatz für Düngemittel und Schnittblumen meditiert, dem bleibt der Blick für das grosse Ganze verborgen. Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Karlsruhe hat entschieden - Der Kanzler regiert die Republik Wirtschaftsstandort Schweiz - Experten sehen Licht bei der Arbeitslosigkeit und Schatten beim Wachst
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 26.08.2005 - 15:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 16128
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Nicolaus Gläsner

Kategorie:

Vermischtes


Meldungsart: bitte
Versandart: bitte
Freigabedatum: 26.08.2005

Diese Pressemitteilung wurde bisher 1020 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schnittblumen, Düngemittel und die Werte der Freiheit - Besichtigung einer Brachlandschaft"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Medienbüro Sohn (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Mittelstandsbarometer: Staatsbürokratie immer noch die größte Bürde für Unternehmer ...
Normenkontrollrat der Bundesregierung bislang ohne positive Wirkung Berlin, 27.01.2009, www.ne-na.de - Bürokratie und staatliche Regulierungen werden nach der Umfrage des Deutschen Mittelstandsbarometers http://www.fmw-online.com/dmb_2008_ub.html immer noch als größte Bürde für das Unternehm

Technikskepsis in Deutschland behindert Entfaltung des Internets ...
Entscheider müssen für positives Meinungsklima sorgen Berlin/Bonn, 12. Januar 2008, www.ne-na.de - Weit verbreitete Attitüden und Verhaltensweisen hindern Deutschland daran, das volle Potenzial des Webs auszuschöpfen. Mit dieser Einschätzung wagen die Macher des Blogs „Netzwertig" htt

Diätwahn und Jojo-Effekt adé! ...
Die Flut der Diäten ist inzwischen unüberschaubar geworden, doch die meisten helfen nur bedingt dabei, die lästigen Fettpolster im Frühjahr auch langfristig wieder zu verlieren. „Besonders bei wiederholten Diäten tritt schon nach kurzer Zeit der bekannte Jojo-Effekt ein. Das Gewicht bewegt si


Weitere Mitteilungen von Medienbüro Sohn


Karlsruhe hat entschieden - Der Kanzler regiert die Republik ...
Bonn/Karlsruhe - Karlsruhe hat den Weg für die Neuwahl endgültig freigemacht: Die Deutschen wählen am 18. September wie geplant einen neuen Bundestag. Das Bundesverfassungsgericht wies am Donnerstag die Organklage zweier Abgeordneter gegen die vorgezogene Wahl als unbegründet ab. Die Entscheidun

Party organisieren so einfach wie Party feiern! ...
Kurzversion der PM: Jetzt schnell und unkompliziert eine Party, Veranstaltung oder ein Treffen mit Freunden auf die Beine stellen? Mit X-Planer - dem genial einfachen Webtool der Internetagentur Xenicon aus München kein Problem mehr! Auf www.xplaner.de klicken, kostenlos registrieren, Freunde e

Kuchem eröffnet neue Niederlassung in Köln ...
Die Kuchem Konferenz Technik, führendes Systemhaus für Konferenz- und Präsentationsanlagen, eröffnet am 1. September 2005 ihre neue Niederlassung in Köln. Damit bietet Kuchem seinen kompletten Service - Vermietung, Planung, Installation und Verkauf - direkt von Köln aus an, teilte das Untern

Treneo: Büro wechsel Dich - Stellwände im Baukastenprinzip ...
Hochflexible Stell- oder Trennwände spielen bei der Gestaltung zeitgemässer Büroräume eine immer entscheidendere Rolle. Das neue Stell- und Trennwandsystem von Treneo kommt genau diesem Bedarf an Flexibilität der Raumstruktur mit zahlreichen Designvarianten und besonders leichtem Auf- und


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z