Private Sender erwägen Ausstieg bei DVB-T - Landesmedienanstalten missachten Wirtschaftlichkeit

Private Sender erwägen Ausstieg bei DVB-T - Landesmedienanstalten missachten Wirtschaftlichkeit

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(firmenpresse) - Düsseldorf/Bonn, www.ne-na.de - Satellitenbetreiber und Kabelgesellschaften fordern nach einem Bericht des Handelsblattes ein bundesweites Ende der Subventionen für digitales Antennenfernsehen (DVB-T). Die EU-Kommission hatte kürzlich entschieden, dass Beihilfen der Medienanstalten für das so genannte DVB-T in Berlin illegal sind. "Die Finanzierung von DVB-T ist krank. Für uns ist die Brüsseler Entscheidung ein Signal für Europa", sagte Ferdinand Kayser, Vorstandsvorsitzender des Luxemburger Satellitenkonzerns SES Astra, dem Handelsblatt. Für den Kabelbetreiber Ewt sei das sogenannte "Überall-Fernsehen" ohne Sinn und Zweck: "DVB-T ist ein Rohrkrepierer", sagte ein Sprecher des Augsburger Unternehmens, das derzeit zwei Millionen Haushalte zu seinen Kunden zählt, dem Handelsblatt.

"Im Gegensatz zu Satellit und Kabel wird der Ausbau des terrestrischen Digital-Fernsehens (DVB-T) von den Landesmedienanstalten mit hohen Fördermitteln unterstützt. Aber zumindest die Beihilfen der Landesmedienanstalt für den Ausbau im Raum Berlin-Brandenburg sind nun illegal. Dies befand die EU-Kommission in der vergangenen Woche. Steuergelder in Höhe von etwa zwei Mill. Euro, die an RTL, Pro Sieben, Sat 1 und andere Sender ausgeschüttet wurden, müssen nun zurückgezahlt werden", so das Handelsblatt.

Die privaten Fernsehunternehmen erwägen nach der Brüsseler Entscheidung an einen Ausstieg: Ohne Fördermittel gehe die Neigung der TV-Konzerne RTL und Pro Sieben Sat 1 gegen Null, weiter in die neue Übertragungstechnik zu investieren. "Unser Engagement bei DVB-T ist abhängig von einer Förderung. Ohne Subventionen rechnet es sich nicht für uns", sagte eine Sprecherin von Pro Sieben Sat 1.

Berichte des Online-Magazins NeueNachricht http://www.ne-na.de hatten schon beim Start des DVB-T-Projektes auf die wirtschaftlichen und ordnungspolitischen Risiken des neuen Sendestandards hingewiesen. "Die Umstellung der terrestrischen TV-Ausstrahlung von analog auf digital war von Anfang an wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen. Wenn man alle Kosten ehrlich berechnet und nicht mit öffentlichen Mitteln künstlich reduziert, ergeben sich jährliche Kosten pro Fernsehprogramm je nutzender Wohneinheit bei Kabel in Höhe von 0,14 Euro, bei Satellit kommt man auf 0,49 Euro. Terrestrik ist mit 24,50 Euro am teuersten. Der Grund für die hohen Kosten liegt an der geringen Nutzung des TV-Empfangs über Haus- oder Zimmerantenne. Während beim Radioempfang etwa 85 Prozent der Menschen die Signale terrestrisch empfangen, sind dies beim Fernsehempfang bundesweit nur rund acht Prozent. Über Kabelanschluss werden hingegen über 50 Prozent der Teilnehmer versorgt - der andere Teil über Satellit", so NeueNachricht-Chefredakteur Gunnar Sohn.



So würden die Kosten für die deutschlandweite Kabeleinspeisung eines Fernsehprogramms bei rund 2,5 Millionen Euro liegen. Für die flächendeckende Abstrahlung über Satellit liege man jährlich bei sechs Millionen Euro. Die Ausgaben von ARD und ZDF für die terrestrische Abstrahlung ihrer eigenen Programme betragen zirka 225 Millionen Euro pro Jahr. "Es sei deshalb verwunderlich, dass privatwirtschaftliche Konzerne und Konsortien an DVB-T kein Interesse zeigen. Wenn die privaten Sendeanstalten jetzt erklären, dass sie ohne staatliche Subventionen aus dem DVB-T-Projekt aussteigen, ist das ein Beweis für den Unsinn, den die Landesmedienanstalten hier betreiben", kritisiert Sohn. " Für die Betriebskosten und für den Bau neuer Sendestationen musste die öffentliche Hand einen hohen Preis zahlen, "der letztlich von den Steuerzahlern getragen werden muss", so Sohn.

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