Córdoba, Mozart-Jahr und EU-Präsidentschaft - Österreich im Siegestaumel
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Die alten Bilder von Österreich stimmen nicht mehr. "Jahrzehntelang wurde das Image der Alpenrepublik als ‚Sommerfrische’ gepflegt, als ‚wanderbares’ Land, auf dessen Bergwiesen man ‚die Seele baumeln lassen’ konnte. Die Zeit der Klischees ist vorbei. Wer Heurigenseligkeit und Schmäh mag, der wird auch heute noch in Wien damit bedient, aber entscheidend ist, dass Österreichs Hauptstadt seit Jahren Massstäbe im Städtetourismus setzt", so Meier-Bergfeld. Die Stadt werde in internationalen Rankings neben Melbourne, Vancouver und Zürich als Stadt mit der höchsten Lebensqualität genannt.
Zahlreiche Deutsche kehren dem eigenen Land den Rücken und versuchen - vor allem, wenn sie aus Ostdeutschland kommen - ihr Glück im kleineren Nachbarland. Die Deutschen stellten zwar nur rund ein Prozent der Beschäftigten in Österreich, seien aber nach den Bürgern aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei schon als drittgrösste Beschäftigtengruppe im Lande wahrnehmbar. 2006 soll es weiter bergauf gehen: das Wirtschaftswachstum - so prognostizieren es die Forscher - werde gegenüber dem Vorjahr um 2,3 bis 2,4 Prozent steigen: "Und es kommt noch Schub hinzu: Österreich befindet sich im Mozart-Jubiläumstaumel und hat eben für ein halbes Jahr die EU-Präsidentschaft angetreten."
Zu den Schattenseiten von "Felix Austria" gehöre, dass die Caritas zunehmende Armut am unteren Rand der Gesellschaft beklage. Steuerlich gehe es vor allem den Beziehern mittlerer und höherer Einkommen sehr gut. Zudem steht das Land im Verdacht, Steuerflucht zu begünstigen. Es sei kein Zufall - so der RM-Autor -, dass viele Grossverdiener wie der Rennfahrer Michael Schumacher nach Österreich ziehen.
Doch es überwiegen die positiven Seiten des österreichischen Modells. "Bei den Österreichern hat der Arbeitsplatz die höchste Priorität. Der Erfolg: Deutschland hat eine Arbeitslosenquote von rund zehn Prozent, Österreich nur 5,3 Prozent. Dies hat auch viel mit dem Kündigungsschutz zu tun, der in der Bundesrepublik so beschaffen ist, dass er als Einstellungshemmnis wirkt. In Österreich können die Arbeitgeber aufgrund liberalerer Bestimmungen flexibler agieren. Dies ist im Interesse der Arbeitnehmer, die zwar häufiger den Arbeitsplatz wechseln, aber in der Regel auch zügig wieder einen neuen Job finden", sagt Helmut Reisinger, Geschäftsführer des Stuttgarter IT-Dienstleisters Nextiraone http://www.nextriaone.de.
Der österreichische Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) verweist darauf, dass sein Land in einer Liga mit Irland, Dänemark, England und den skandinavischen Ländern spiele. In allen diesen Ländern sei Wettbewerbsfähigkeit gewonnen worden, weil strukturelle Reformen angegangen worden seien. In Deutschland, so Bartenstein, gingen täglich 1.000 sozialversicherungspflichtige Jobs pro Tag verloren, während beim Nachbarn täglich 100 neue entstünden.
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Datum: 11.01.2006 - 10:01 Uhr
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