TOP Arbeitgeber bereits nahe an von Bundesministerin Schröder angestrebter Frauenquote von 20 Prozent / Deutsche Quote im europäischen Vergleich derzeit allerdings unterdurchschnittlich
ID: 231323
TOP Arbeitgeber bereits nahe an von Bundesministerin Schröder angestrebter Frauenquote von 20 Prozen(firmenpresse) - Düsseldorf, 21. Juli 2010. Der von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder vorgeschlagenen Frauenquote in Führungspositionen von bis zu 20 Prozent bis zum Jahre 2015 kommen Deutschlands TOP Arbeitgeber bereits heute sehr nahe. Wie die Studie »TOP Arbeitgeber Deutschland 2010« des unabhängigen CRF Institutes ergab, sind derzeit 15 Prozent der Stellen im Top-Management bei den teilnehmenden Unternehmen mit Frauen besetzt. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird ein Frauenanteil von über 20 Prozent angestrebt, so dass die von der Familienministerin geforderte Quote in den zertifizierten Unternehmen bereits früher Realität sein könnte. Derzeit liegt der allgemeine Frauenanteil in Führungspositionen in Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern bei unter 5 Prozent (Quelle: BMSFJF 2006), eine aktuelle Hoppenstedt-Studie ermittelt einen Anteil von 5,9 Prozent (Hoppenstedt 2010), in den Vorstandspositionen von 160 börsennotierten deutschen Unternehmen liegt der Anteil bei 3 Prozent (Quelle: Hans-Böckler-Stiftung 2010).
Dass die TOP Arbeitgeber Deutschland im Vergleich gut dastehen, liegt nicht zuletzt an der personalpolitischen Bedeutung, die diesem Thema beigemessen wird: In einem Drittel der befragten Unternehmen existiert ein eigener Aktionsplan, um die angestrebte Frauenquote auch tatsächlich zu erreichen. Zudem bieten nahezu alle Unternehmen Versorgungsleistungen und flexible Arbeitszeitmodelle an, die speziell Mitarbeiterinnen Vorteile bieten. So werden von Führungskräften im Top-Management Angebote zur Teilzeitarbeit (41 Prozent) oder Sabbaticals (28 Prozent) stark genutzt, die - neben den gesetzlich verankerten Angeboten wie Elternzeit - besonders Frauen eine individuelle Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Doch nicht nur der Frage der Arbeitszeitregelungen kommt eine wichtige Bedeutung zu, wenn man die Gründe für einen hohen Frauenanteil in Führungspositionen näher untersucht: Die CRF-Studie belegt, dass insbesondere die Unternehmen, die weitere konkrete Maßnahmenpakete im Bereich Work-Life-Balance für Frauen schnüren, auch mittelfristig Frauen für Führungspositionen gewinnen können. Ein Beispiel dafür ist der TOP Arbeitgeber Abbott aus Wiesbaden, der gerade für den Branchenbereich Pharma mit 51 Prozent weiblicher Mitarbeiter einen hohen Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft hat, im Executive Management liegt der Anteil bei 19 Prozent - geplant sind innerhalb der nächsten drei Jahre 25 Prozent. »Wir unterstützen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz konkret bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beispielsweise indem wir flexible Arbeitszeitmodelle anbieten und Kinderbetreuungsangebote ausbauen. Wir setzen uns auch aktiv bei der Finanzierung von Kindergartenplätzen ein«, so Manfred Koch, HR Direktor bei Abbott.
Im europäischen Vergleich liegen die deutschen TOP Arbeitgeber allerdings noch etwas zurück: Durchschnittlich 19,2 Prozent der Führungspositionen in Europas TOP Arbeitgebern sind mit Frauen besetzt - Spitzenreiter ist die Schweiz mit 25,6 Prozent, gefolgt von Spanien und Großbritannien mit jeweils über gut 23 Prozent Frauenanteil. Schlusslicht im europäischen Vergleich sind Italien und Polen, die beide knapp 11 Prozent Frauenquote im Top-Management vorweisen können.
Die Studie »TOP Arbeitgeber Deutschland 2010« basiert auf der Befragung von knapp 100 Unternehmen, der europäische Benchmarkreport berücksichtigt das Zahlenmaterial von mehr als 300 Unternehmen aus neun europäischen Ländern.
Methodik
CRF ermittelt seit 2003 die attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands. Seit 2005 werden Studien speziell für die Automobil-Branche erhoben, seit 2008 erscheint eine Studie für die Zielgruppe junger Ingenieure. Das international tätige Unternehmen zeichnet die erfolgreich teilnehmenden Unternehmen für deren herausragende Arbeits- und Karrierebedingungen aus. Im Mittelpunkt steht, welches Umfeld die Unternehmen ihren Beschäftigten bieten und welche beruflichen Entwicklungen möglich sind. Die Arbeits- und Karrierebedingungen in deutschen Firmen werden vor allem in den Kategorien Vergütung, Work-Life-Balance, Entwicklungsmöglichkeiten, Jobsicherheit und Unternehmenskultur bewertet. Im Vorfeld der Studien beantworten die Unternehmen einen umfassenden Fragebogen zum Human Resources Management. Dieser ist die Basis für die anschließenden qualitativen Interviews mit Personalmanagern und Mitarbeitern, die von erfahrenen Wirtschaftsjournalisten vor Ort durchgeführt werden.
Rezensionsexemplare der Studie »TOP Arbeitgeber Deutschland 2010« und »TOP Arbeitgeber Ingenieure 2010« sind auf Anfrage erhältlich. Die Publikation ist auch über den Buchhandel lieferbar:
- CRF Deutschland (Hg.): TOP Arbeitgeber Deutschland 2010, ISBN: 978-3-7639-4308-1, Bestell-Nr.: 6001422f, W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld, 2010, 24,90 EUR
- CRF Deutschland (Hg.): TOP Arbeitgeber Ingenieure 2010, ISBN: 978-3-7639-4310-4, Bestell-Nr.: 6001742b, W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2010, 19,90 EUR
1CRF Institute: European HR Benchmark Top Employers Europe 2010, Amsterdam 2010
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Datum: 21.07.2010 - 11:47 Uhr
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