Pensionseinrichtungen fehlen weltweit 500 Milliarden Dollar
Hewitt-Tool"Pension Risk Tracker"zeigt durchschnittlichen Deckungsgrad der Versorgungsverpflichtungen durch Versorgungsvermögen von nur noch 80 Prozent
Noch im März lag der durchschnittliche Deckungsgrad bei 87 Prozent. "Nach einer soliden Performance im April brachen die globalen Aktienmärkte in den Monaten Mai und Juni aber stark ein", so Georg Thurnes, Geschäftsführer bei Hewitt Associates Deutschland. "Das hatte eine enorme Verminderung des Versorgungsvermögens zur Folge - gemäß unseren Schätzungen beträgt diese rund 91 Milliarden Dollar im letzten Quartal." Die Versorgungsverpflichtungen seien dagegen im gleichen Zeitraum um 106 Milliarden Dollar gestiegen. "Dieser Anstieg ist ebenfalls auf die auch in versicherungsmathematischen Bewertungen abgesunkenen Zinssätzen zurückzuführen", so Thurnes weiter.
Die Lage von Pensionseinrichtungen hat sich aufgrund dieser Entwicklungen weltweit erheblich verschlechtert. Die Deckungsgrade sanken um vier (Großbritannien) bis zehn Prozentpunkte (USA). Zentraleuropa liegt dabei mit einem Verlust von acht Prozentpunkten im Mittelfeld, der traditionell ohnehin niedrigere durchschnittliche Deckungsgrad lag hier im Juni bei nur noch 66 Prozent.
"Angesichts der Volatilität der Märkte bleibt den Unternehmen nichts weiter übrig, als sowohl die Aktiv- als auch die Passivseite der Bilanz aufmerksam im Auge zu behalten", erläutert Thurnes. "Nur so können Unternehmen schnell auf Marktschwankungen reagieren und die richtigen Entscheidungen treffen um das Verhältnis von Ertrag und Risiko zu optimieren." Darüber hinaus gelte es, weiterhin Wege zu finden, die Versorgungsrisiken in den Griff zu bekommen. "Hier sehen wir auch uns in der Pflicht und stellen uns der Herausforderung, Unternehmen dazu anzuhalten, neue Wege zu gehen." Hewitt erwartet in den nächsten Monaten vor allem ein wachsendes Interesse an verbesserten Strategien zum Asset-Liability-Matching, zu Änderungen und Kürzungen von Leistungen sowie eine verstärkte Auseinandersetzung mit der stetigen Zunahme der Lebenserwartung. "Die Unternehmen werden versuchen, Volatilitätsprobleme ein für allemal zu lösen", schlussfolgert Thurnes.
Pension Risk Tracker
Hewitt verfolgt und analysiert mithilfe seines Tools "Pension Risk Tracker" täglich die Vermögensdeckung von Pensionseinrichtungen . Einbezogen sind Unternehmen aus den USA, Großbritannien, Kontinentaleuropa und Kanada, die zu den Indizes S&P 500, FTSE 350, DJ Euro Stoxx beziehungsweise TSX gehören. Das Tool ist stets auf dem tagesaktuellen Stand und über www.hewitt.com öffentlich zugänglich.
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Datum: 27.08.2010 - 10:00 Uhr
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