Deutscher Managerverband: Das Thema Organtransplantation darf keine Eintagsfliege bleiben

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Unternehmen und Führungskräfte müssen ihr Engagement verstärken



Deutscher Managerverband: Das Thema Organtransplantation darf keine Eintagsfliege bleibenDeutscher Managerverband: Das Thema Organtransplantation darf keine Eintagsfliege bleiben

(firmenpresse) - Leverkusen / Berlin. Das Thema Organspende hat Konjunktur. Durch die Ankündigung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier, seiner Frau eine Niere zu spenden, ist es nun in allen Medien präsent und wird auch wieder politisch diskutiert. Außer Acht gelassen wird dabei häufig die wirtschaftliche Bedeutung des Themas. Der Deutsche Managerverband setzt sich seit langem für mehr Engagement in Sachen Organtransplantation in Unternehmen ein und kämpft für eine gesetzliche Widerspruchsregelung.

"Das Thema hat viele Dimensionen: eine menschliche, eine politische und eine wirtschaftliche", betont Rainer Willmanns, Vorsitzender des Deutschen Managerverbandes. Menschen, die auf ein Organ warten, erlebten oftmals quälende Monate und Jahre. Die Ungewissheit, wann und ob überhaupt ein passendes Organ zur Verfügung stehe, sei neben den gesundheitlichen Beschwerden sicher das Schlimmste für die Betroffenen. Die Politik sei gefordert, diesen Missstand endlich zu ändern und eine neue gesetzliche Grundlage für die Entnahme und Transplantation von Organen zu schaffen.

"Wir brauchen eine eindeutige und klare Widerspruchsregelung", erklärt Willmanns im Namen des Deutschen Managerverbandes. Diese gebe es bereits in vielen europäischen Ländern und helfe dort, das Problem nachhaltig zu lösen. Die derzeitige Rechtslage, das Menschen explizit der Entnahme ihrer Organe nach Feststellung des Todes zustimmen müssen, sei nicht zeitgemäß und trage maßgeblich zu den schweren Folgen bei. "Eine Widerspruchslösung, nach der man einer Entnahme widersprechen muss ist unsere politische Forderung", so Willmanns. Die Organspende müsse die Regel werden und dürfe nicht die Ausnahme bleiben.

Die Kosten der Unternehmen seien immens. Wenn erstmal eine Diagnose gestellt sei, die eine Transplantation erforderlich mache, falle die Person oft jahrelang im Unternehmen aus. Das läge meistens nicht an den medizinischen Möglichkeiten oder der Diagnose selbst, sondern vor allem an dem Mangel an Spenderorganen. "Das ist die wirtschaftliche Komponente dabei, die die Politik lösen muss. Auch dieser Aspekt spricht für die Widerspruchslösung", so der Managervertreter.



Organstransplantation dürfe kein politisches Modethema bleiben. Es sei Zeit zu handeln. "Dazu müssen auch die Unternehmen und deren Führungskräfte beitragen", erklärt Willmanns. Das Thema gehe alle an und erfordere ein verstärktes Engagement der Wirtschaftseliten und Unternehmensvertreter. So könnten beispielsweise Veranstaltungen in Betrieben stattfinden oder Organspendeausweise an Mitarbeiter verteilt werden. Kampagnen seien notwendig, um Belegschaften, Betriebsräte und Personalabteilungen als Verbündete zu gewinnen. Menschlichkeit, Gesundheitsförderung und wirtschaftliche Vernunft seien gerade hier keine Gegensätze.

Der Deutsche Managerverband, so Rainer Willmanns, stehe für mehr Werte in der Wirtschaft und im Management. "Beim Thema Organtransplantation können Unternehmen beweisen, wie sie zu Werten stehen und einen wesentlichen Beitrag für die Gesellschaft und die politische Debatte leisten." Die Unternehmerverbände, Kammern und wirtschaftlichen Institutionen sollten die Debatte engagiert führen und sich auch im eigenen Interesse für eine gesetzliche Widerspruchslösung einsetzen.

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Datum: 02.09.2010 - 16:31 Uhr
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