Der Sarrazin-Effekt: Wie man einen Bestseller produziert
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Der Medien-Hype um Thilo Sarrazin reißt nicht ab. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach dem Buch „Deutschland schafft sich ab“.
Auch das Fernsehen tat ein Übriges: Unmittelbar nach dem Erscheinen des Buches diskutierte der Autor bei Reinhold Beckmann und bei Frank Plasberg („Hart aber Fair“). Traurig aber wahr: Wer die öffentliche Aufmerksamkeit erwecken will, schafft dieses nur noch mit reißerischen oder provozierenden Thesen und einer entsprechenden Polemik. Mit einem seriösen Sachbuch hat das nur noch wenig zu tun. Hierzu ein Beispiel. Thilo Sarrazin schreibt in seinem Buch Folgendes: „Beim gegenwärtigen demografischen Trend wird Deutschland in 100 Jahren noch 25 Millionen, in 200 Jahren noch acht Millionen und in 300 Jahren noch drei Millionen Einwohner haben.“
Solche weit in die Zukunft reichenden Aussagen sind natürlich Unsinn hoch drei. Das zeigt ein Beispiel aus dem Jahre 1850, als sich ein Brite ernste Gedanken um die Zunahme des Verkehrs in London und der daraus resultierenden Umweltverschmutzung machte. Da Pferdedroschken damals das gängigste Verkehrsmittel waren, hatte er „errechnet“, dass London im Jahre 1950 mit einer drei Meter hohen Schicht von Pferdeäpfeln bedeckt sei.
Der Verfasser ist Autor des satirischen Buches „Die 40 kuriosesten Inseln. Der erste Crazy Travellers´ Tourist-Guide.” http://www.amazon.de/gp/product/3839156874/ref=cm_cr_asin_lnk
Der Verlag hätte das Sarrazin-Buch konsequenterweise auch als zeitgenössische Satire aber nicht als seriöses Sachbuch vermarkten sollen. Dann wäre die Welt jetzt noch in Ordnung.
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Datum: 05.09.2010 - 12:57 Uhr
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